Zum Auftakt: Sportsoziologe spricht über „Sportsucht und Männlichkeit(en)“

Das Cornelia Goethe Centrum veranstaltet im Sommersemester eine Colloquiumsreihe zu „Masculinities“ – Neue Aspekte der Männerforschung

Veröffentlicht am: Donnerstag, 26. März 2015, 15:52 Uhr (082)

FRANKFURT. „Masculinities“ steht auf dem Programm der öffentlichen Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester. Damit greift das Zentrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse ein Thema auf, das in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und im wissenschaftlichen Diskurs erlangt hat. Mit der Titelsetzung „Masculinities“ im Plural deutet die Vortrags- und Diskussionsreihe zugleich auf die Notwendigkeit hin, die Analyse für die komplexe Vielfalt an Männlichkeiten zu öffnen. Die Vortragenden der Colloquiumsreihe werden in Präsentationen und interaktiven Diskussionen einen Überblick über die breite Themenskala in der Männlichkeitsforschung geben und dabei aus ihrer eigenen aktuellen Forschung berichten.

Zum Auftakt am 29. April (Mittwoch) hält der Frankfurter Sportwissenschaftler Prof. Robert Gugutzer einen Vortrag zu „Sportsucht und Männlichkeit(en). Körper- und identitätssoziologische Annäherungen“. Auch wenn Sport längst keine reine Männerdomäne mehr ist, ist er nach wie vor ein soziales Feld, in dem traditionelle männliche Werte und Verhaltensmuster wie Mut, Härte, Kampf, Risikobereitschaft, Aggressivität oder Konkurrenzorientierung einen hohen Stellenwert genießen. Der Sport ist mehr denn je ein Bereich männlicher Identitätssuche und ein Feld mit hohem Suchtpotenzial, wie Gugutzer aufzeigen wird.

Am 13. Mai wird sich der Literaturwissenschaftler Prof. John Landreau vom College of New Jersey, USA mit der Frage nach der Repräsentation von Männlichkeit in einem Roman von Junot Diaz beschäftigen. Mit ihrem Blick aus dem globalen Süden beschäftigt sich die international bekannte australische Männlichkeitsforscherin Prof. Raewyn Connell kritisch mit den US- und eurozentristische Perspektiven der Männlichkeitsforschung. Am 10. Juni wird das Thema „Caring Masculinities“ diskutiert: Die Soziologinnen Dr. Ewa Palenga-Möllenbeck (Frankfurt) und Dr. Sveva Magaraggia (Rom) richten mit der Anthropologin Prof. Hande Birkalan-Gedik (Istanbul) ihren Blick auf Vaterschaft und Männlichkeiten. Am 24. Juni wird Dr. Miranda Leontowitsch (Frankfurt) das Thema Männlichkeit und Alter aus alterssoziologischer Perspektive als Feld der Kontinuität und Veränderung aufgreifen. Schließlich stellt der Marburger Soziologe Dr. Christoph Schwarz die Frage nach männlicher Adoleszenz am Beispiel der IS-Propaganda.

Die Termine auf einen Blick:

29. April (Mittwoch)
Prof. Robert Gugutzer (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Sportsucht und Männlichkeit(en). Körper- und identitätssoziologische Annäherungen (Vortragssprache: Deutsch)

13. Mai (Mittwoch)
Prof. John Landreau (College of New Jersey): Reading and Writing across Borders. Figuring Masculinity in Junot Diaz’s: The Brief Wondrous Life of Oscar Wao (Vortragssprache: Englisch)

26. Mai (Dienstag)
Prof. Raewyn Connell (University of Sydney): Masculinities in the World: Perspectives from the Global South (Vortragssprache: Englisch. Diese Veranstaltung findet im HZ 5 (Hörsaalzentrum Campus Westend) statt.

10. Juni (Mittwoch)
Dr. Ewa Palenga-Möllenbeck (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Prof. Hande Birkalan-Gedik (Yeditepe University, Istanbul) and Dr. Sveva Magaraggia (University of Roma Tre): Changing Fatherhood(s), Changing Masculinity(ies) (Vortragssprache: Englisch)

24. Juni (Mittwoch)
Dr. Miranda Leontowitsch (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Altern ist nicht nur weiblich – Das hohe Alter als Feld neuer Maskulinität (Vortragssprache: Deutsch)

08. Juli (Mittwoch)
Dr. Christoph Schwarz (Philipps-Universität Marburg): Generations nursed on the Milk of Humiliation: Masculinity and Generational Narratives in the Propaganda of the Islamic State (Vortragssprache: Englisch)

Mit Ausnahme des Vortrags von Raewyn Connell finden alle Veranstaltungen auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, PEG-Gebäude, Raum 1. G 191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Informationen: Prof. Helma Lutz, Anna Krämer, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse, Tel.: (069)798-35100, E-Mail: cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de, http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml