Auch Frauen brauchen Netzwerke

Auftaktveranstaltung zur Kooperation der Goethe-Universität mit dem Frauennetzwerk „Frauen mit Format“

Veröffentlicht am: Montag, 16. Februar 2015, 13:55 Uhr (054)

Nachtrag vom 6. März 2015

„Machtfaktor Netzwerk – warum Frauen starke Beziehungsgeflechte brauchen“

Diese Frage stand im Zentrum einer gut besuchten Podiumsdiskussion am Donnerstagabend am Campus Westend. Einen Tag vor der Quotenabstimmung im Bundestag diskutierten GU-Präsidentin Prof. Birgitta Wolff, Prof. Ann-Kristin Achleitner von der TU München und Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Stahlkonzerns Klöckner darüber, warum Frauen es trotz ebenbürtiger Qualifikation immer noch schwer haben, an die Spitze zu kommen. Moderiert wurde die Veranstaltung, die den Auftakt einer neuen Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem Wirtschaftsnetzwerk „Frauen mit Format“ bildete, vom langjährigen Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert.

 

 


Einladung zum Medientermin

FRANKFURT. „Machtfaktor Netzwerk: Warum Frauen ein starkes Beziehungsgeflecht brauchen“ – unter diesem Motto steht eine Podiumsdiskussion am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr in der Lobby des Präsidialgebäudes auf dem Campus Westend (Adresse: Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main). Die Veranstaltung mit Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner und Konzernmanager Gisbert Rühl bildet den Auftakt einer Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem Frauennetzwerk „Frauen mit Format“ (FmF). Moderiert wird die Diskussion vor geladenen Gästen vom früheren Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert. Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

„Mehr Frauen in Aufsichtsräten“ – dieses Ziel will die Bundesregierung mit einer Quote für die größten aktiennotierten Unternehmen erreichen. Das Frauennetzwerk „Frauen mit Format“ setzt zudem auf Vernetzung: Vor drei Jahren von Astrid von der Malsburg und Gleichgesinnten gegründet, soll es Kontakte zwischen Frauen in verantwortlichen Positionen schaffen. Dreimal jährlich trifft sich der Verbund zum Mittagessen in einem Unternehmen, es gibt einen Vortrag, die Frauen kommen ins Gespräch – dabei entstehen wichtige Kontakte und neue Ideen. Bei einem solchen Treffen im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg war auch die Politikwissenschaftlerin und Vizepräsidentin der Goethe-Universität Prof. Tanja Brühl dabei – hier entstand die Idee einer Kooperation. Eine Verbindung zwischen FmF und Goethe-Universität könnte Studentinnen, Absolventinnen und Professorinnen zugutekommen, so der Gedanke. „Neben der Qualifikation spielen beim beruflichen Fortkommen auch Netzwerke eine Rolle. Auch für Frauen“, ist Tanja Brühl überzeugt. Damit die Querverbindung zwischen Hochschule und Wirtschaft gut gelingt, wurde im PEG-Gebäude am Campus Westend zunächst für einen befristeten Zeitraum ein Koordinationsbüro eingerichtet.

Das FmF-Büro versteht sich als Kontaktstelle, entsprechende Links und Anzeigen soll es auch auf der Homepage geben. „Ich wünsche mir zum Beispiel eine Praktikumsbörse für gute Studentinnen. Wenn junge Frauen erleben, dass z.B. in einer großen, internationalen Anwaltskanzlei auch Mütter erfolgreich arbeiten, macht das Mut für den eigenen Weg“, sagt Vizepräsidentin Brühl. Das FmF-Team plant neben differenzierten Veranstaltungen für berufstätige Frauen und Wissenschaftlerinnen auch ein Mentoringprogramm. Ein vertrauensvoller Erfahrungsaustausch sei wesentlicher Bestandteil jedes guten Netzwerkes, von dem sowohl Mentorinnen als auch Mentees profitierten, so Adrienne von Hochberg. Eine stärkere Vernetzung zwischen Hochschule und Wirtschaft könnte neue Zukunftsoptionen deutlich machen. Und nicht zuletzt könnten für Doktorarbeiten und Forschungsprojekte neue Partner gewonnen werden.

Es sei erschreckend, dass einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge die Zahl der weiblichen Führungskräfte in großen Unternehmen sogar rückläufig sei, sagt FmF-Gründerin Astrid von der Malsburg: „Es macht sich eine Abwehrhaltung breit, und je isolierter sich die Frauen fühlen, desto mehr geben sie ihre Karrieren auf und treten in die zweite Reihe.“ Deshalb seien Netzwerke so wichtig. Und auch die Quote sei zu begrüßen: „Die Köpfe müssen zum Umdenken leider gezwungen werden“, sagt von der Malsburg, die früher Reden für Helmut Kohl geschrieben hat und früher der Quote mit Skepsis begegnet ist. „Während von Männern erwartet wird, dass sie Herausforderungen annehmen, müssen Frauen erst mal beweisen, dass sie es können“, erklärt Adrienne von Hochberg, die als Partnerin das neue Büro am Campus Westend mit aufbaut, warum es bis zur Chancengleichheit noch ein langer Weg ist.

Das Startsignal für die Kooperation gibt die Podiumsdiskussion am 5. März in der Lobby des Präsidialgebäudes am Campus Westend. Mit Unipräsidentin Wolff diskutieren Ann-Kristin Achleitner, Professorin für Betriebswirtschaftlehre an der TU München, und Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Stahlkonzerns Klöckner. Anmeldung nach Möglichkeit bis 20. Februar unter fmf@em.uni-frankfurt.de.

Einladung zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/54226031