Frankfurter Poetikvorlesungen: Dominik Graf spricht über den Erzähler im Kino

Regisseur gewährt Einblicke in seine Arbeit für Kino und Fernsehen. 3. Februar, Campus Westend

Veröffentlicht am: Freitag, 30. Januar 2015, 17:47 Uhr (034)

FRANKFURT. Den zweiten Vortrag der aktuellen Frankfurter Poetikvorlesungen übernimmt der renommierte Film- und Fernsehregisseur Dominik Graf. Er spricht über den „Erzähler im Kino. Antagonismus von Kommentar und Kamera?“ Den ersten Vortrag der kleinen Reihe „Poetiken zwischen den Künsten – Dialoge mit der Literatur“ hatte der Komponist Wolfgang Rihm am vergangenen Dienstag gehalten.

Der in München geborene und aufgewachsene Graf studierte dort erst Germanistik und Musikwissenschaften, bevor er ab 1974 die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Seit 2004 ist Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln. 2012 gewann er bereits zum zehnten Mal den Grimme-Preis, damit ist er der in Marl am häufigsten ausgezeichnete Preisträger.

Graf hat zahlreiche Kinofilme vorgelegt, beherrscht aber ebenso die unterschiedlichen Formate der Fernseh-Fiktion. Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Kinofilm „Die Katze“ (mit Götz George und Gudrun Landgrebe, 1988) und „Die geliebten Schwestern“ (2014), der die Liebe Schillers zu den Schwestern Charlotte und Caroline von Lengefeld erzählt. Der Film lief bei der Berlinale im Wettbewerb.

Grafs Krimis für das Fernsehen zählen sicherlich zu den ambitioniertesten und wertvollsten des Genres. So gilt „Frau Bu lacht“ aus dem Jahre 1995 vielen Kennern als der beste Tatort aller Zeiten. Erst kürzlich lieferte Graf mit dem Polizeiruf 110 „Smoke on the water“ (2014) wiederholt den Beweis, dass sich deutsche Fernsehproduktionen keineswegs hinter den international hochgeschätzten amerikanischen Serien verstecken müssen.

Prof. Vinzenz Hediger, Filmwissenschaftler an der Goethe-Universität, sagt, dass Graf mit dem Zehnteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010) bereits das „Modell“ für die „allseits geforderten deutschen ‚Qualitätsserien‘“ geliefert habe. Hediger fährt fort: „Dass Graf in den USA (noch) nicht so gefeiert wird wie die Macher des ‚quality TV‘ liegt vor allem daran, dass amerikanische Fernsehkritiker nur ‚Wetten dass‘ kennen.“

„Poetiken zwischen den Künsten – Dialoge mit der Literatur“.
Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 2014/15.
3. Februar: Dominik Graf. 18 Uhr c.t. im Hörsaalzentrum (HZ 1&2), Campus Westend der Goethe-Universität.

Beitrag von Vinzenz Hediger
im aktuellen UniReport unter http://www.uni-frankfurt.de/53303289  (S. 19).

Mehr Informationen unter http://www.uni-frankfurt.de/45662348/aktuelle_dozentur