Deutschland und Frankreich im Vergleich

Der Politikwissenschaftler und Alfred Grosser-Gastprofessor Yves Sintomer spricht in einer öffentlichen Vorlesung über gegenwärtige Entwicklungen in beiden Ländern

Veröffentlicht am: Dienstag, 27. Januar 2015, 14:04 Uhr (025)

FRANKFURT. Europa erlebt derzeit eine Krise der politischen Repräsentation. Die Parteien verlieren Mitglieder, das Vertrauen in die Politik wird geringer, vielerorts entwickeln sich autoritäre Tendenzen. Was dies für Deutschland und Frankreich bedeutet, erforscht der Franzose Prof. Dr. Yves Sintomer. Entwicklung und Geschichte beider Länder sind eng miteinander verflochten. Gegenwärtig entwickeln sich die Staaten jedoch unterschiedlich. Sintomers Diagnose: Anders als Deutschland hat Frankreich erhebliche Schwierigkeiten mit Reformen, die Politik verliert an Sachlichkeit, Rechtspopulismus nimmt zu. Doch ist die Krise in Frankreich wirklich so tief? Welche Perspektiven haben Deutschland und Frankreich? Antworten gibt der aktuelle Inhaber der Frankfurter Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung in seinem Vortrag.

Prof. Yves Sintomer: „Die Krise der repräsentativen Demokratie: Frankreich und Deutschland im Vergleich“.
Vortrag im Rahmen der  Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung
29. Januar 2015, 19 Uhr, PEG-Gebäude, Raum 1.G 192, Campus Westend.

Yves Sintomer ist Professor an der Université Paris 8 und Senior Fellow des Institut Universitaire de France. Seine Schwerpunkte sind die theoretische Fundierung deliberativer Demokratie, die Ausprägungen partizipativer Demokratie in Europa und die Veränderung der politischen Repräsentation in Frankreich, Deutschland, Brasilien und China. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Sozialforschung (IfS) ist Sintomer mit Frankfurt verbunden.

Die Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt wurde 2009 auf Initiative der Deutsch-Französischen Gesellschaft von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft gestiftet. Mit dem Projekt sollen die Forschung und der öffentliche Diskurs über die Bürgergesellschaft am Standort Frankfurt vorangebracht und international sichtbar gemacht werden. Namenspatron ist der in Frankfurt geborene renommierte Politikwissenschaftler Alfred Grosser.