Asiatische Wirtschaftskrise als Thema einer Kunstaktion

Ausstellung „This Bloodless War“ in der Studiengalerie 1.357

Veröffentlicht am: Freitag, 05. Dezember 2014, 14:09 Uhr (362)

FRANKFURT. Der Künstler Manit Sriwanichpoom befasst sich in seiner 1997 entstandenen Arbeit „This Bloodless War“ mit der asiatischen Wirtschaftskrise, die im selben Jahr seine thailändische Heimat erfasste. Für eine Kunstaktion im Geschäftsdistrikt Bangkoks re-inszenierte er berühmte Reportagefotografien aus dem Vietnamkrieg. Anstelle von offener Gewalt und Waffen erscheinen in seinen Bildern Statussymbole der westlichen Konsumgesellschaft. Die implizierte Analogie ist unmissverständlich: Die westliche Konsumkultur und die globalen Finanzmärkte sind unmittelbar mit militärischer Macht verknüpft, setzen mit unblutigen Mitteln die hegemonialen Ziele des Vietnamkriegs fort. Für ihre deutliche Botschaft eignen sich die Fotografien die Ästhetik der Werbung an. Sie wenden, in der Kunstaktion wie Werbeschilder herumgetragen, die Mittel der Konsumkultur in ein kritisches Instrument um. Die Studiengalerie zeigt sechs Arbeiten der Serie und eine Fotografie, die die Kunstaktion dokumentiert. Manit Sriwanichpoom, geb. 1961 in Bangkok, setzte sich als Fotograf und sozialer Aktivist in seinen Arbeiten mit den Krisen seiner Heimat auseinander.

Die Ausstellung rund um Manit Sriwanichpoom und seine Arbeit „This Bloodless War“ startet am Mittwoch, 10. Dezember, in der Studiengalerie 1.357, IG Farben-Haus, Campus Westend. Sie ist von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet und läuft bis zum 13. Februar 2015. Die Ausstellung wird gefördert von der DZ-BANK Kunstsammlung.

In der Studiengruppe „Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, Tel.: 069/605098210, engler@staedelmuseum.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim, Tel 069/798-23470, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Nicole Kreckel, Studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, frau.n.kreckel@stud.uni-frankfurt.de