Von Quoten und Zeitverträgen

Veranstaltungsreihe der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Goethe-Universität zur Zukunft der Uni/Diesmal Thema: Karrierewege

Veröffentlicht am: Dienstag, 11. November 2014, 12:55 Uhr (325)

FRANKFURT. Befristete Arbeitsverträge, wenig Planbarkeit und ein riesiger Konkurrenzdruck sind der Grund dafür, dass gerade für Frauen eine Karriere an der Universität oft wenig attraktiv ist. In einer Phase, in der Weichen für den künftigen Lebensweg gestellt werden, wandern z.B. aus den Naturwissenschaften immer wieder etliche Frauen in die Industrie ab. Doch wie sehen die Aussichten in der freien Wirtschaft aus, Kinder und Karriere miteinander zu verbinden? Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 13. November, um 16 Uhr widmet sich dem Thema Karrierechancen in der Wissenschaft, aber auch außerhalb. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Zwischen Humboldt und Humanressourcen“, zu der die Wissenschaftliche Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt zum Ausklang der Jubiläumsfeierlichkeiten einlädt.

Sind von der Politik verordnete Quoten für Führungsetagen wirklich sinnvoll? Oder schaden sie vielleicht sogar? Auch Fragen wie diese würde Physikprofessorin Roser Valenti, die den Abend moderieren wird, gern diskutieren. Im Mittelpunkt steht jedoch naturgemäß die Wissenschaft – wobei die Bedingungen von Fachbereich zu Fachbereich durchaus unterschiedlich sind. So ist es ein offenes Geheimnis, dass es in der Medizin besonders schwierig ist, Beruf und Familie zu vereinbaren, während es für Geisteswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen zumindest eine flexiblere Zeiteinteilung gibt.

Als Vortragende sind eine Juristin und eine Linguistin mit dabei: Nadine Grotkamp, die sowohl in Geschichte als auch in Jura promoviert ist, habilitiert sich gerade in der Rechtsgeschichte. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität, vertritt aber derzeit eine Professur in Göttingen. Nina Janich arbeitet als Linguistik-Professorin an der TU Darmstadt und ist seit 2011 Sprecherin der Jury für das Unwort des Jahres. In ihrem Impulsvortrag werden beide über Karrierewege der Zukunft berichten. Welche Bereiche thematisiert werden, ob man sich auf die Hochschule konzentriert oder die gesamte Gesellschaft in den Blick nimmt, das hängt nicht zuletzt auch von der Dynamik des Publikums ab, sagt Moderatorin Valenti.

Die Termine:

13. November 2014
Welche Karrierewege wird es geben, insbesondere für Frauen?
Referenten: Dr. Nadine Grotkamp (Rechtsgeschichte), Prof. Dr. Nina Janich (Linguistik)
Moderation: Prof. Dr. Roser Valenti (Theoretische Physik)

Die Veranstaltung findet ausnahmsweise im Erdgeschoss des Gebäudes „Normative Ordnungen“, Hansaallee, Ecke Lübeckerstraße, statt (im Saal links vom Eingang).

27. November 2014
Welche Organisationsformen und welche Finanzierung sind zu empfehlen?
Werden dabei zentrale oder dezentrale Strukturen bevorzugt?
Referenten: Holger Gottschalk (Kanzler der GU), Prof. Dr. Josef Pfeilschifter (Medizin)
Moderation: Prof. Dr. Andreas Junge (Geophysik)

11. Dezember 2014
Sprachen und Publikationsformen der Zukunft
Referenten: Prof. Dr. Peter Janich (Wissenschaftstheorie); Prof. Dr. Dirk Rischke (Theoretische Physik)
Moderation: Prof. Dr. Julika Griem (Anglistik)

15. Januar 2015
Wo sind Vorstöße in Neuland zu erwarten?
Referenten: Prof. Dr. Harald Schwalbe (Biochemie); Prof. Dr. Rainer Forst (Philosophie)
Moderation: Prof. Dr. Michael Stolleis (Rechtsgeschichte)

29. Januar 2015
Welche Formen Forschung und Lehre sind zukunftsträchtig?
Referenten: Prof. Dr. Volker Mosbrugger (Paläontologie);  Prof. Dr. Thomas Duve (Rechtsgeschichte)
Moderation Prof. Dr. Joachim Engels (Biochemie)

Alle Veranstaltungen finden von 16 bis 18 Uhr am Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhower-Raum, statt - außer der am 13. November, die ins Gebäude „Normative Ordnungen verlegt wurde. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Näheres zur Wissenschaftlichen Gesellschaft unter  http://www.wissenschaftliche-gesellschaft.uni-frankfurt.de