Standardisierte Berufs- und Lebenswege sind passé

Wissenschaftler und Praktiker aus dem Bereich der Weiterbildung beschäftigen sich mit veränderten Bedingungen

Veröffentlicht am: Mittwoch, 24. September 2014, 15:40 Uhr (271)

FRANKFURT. Standardisierte Berufs- und Lebenswege sind passé. Damit wächst auch die Herausforderung für den Einzelnen, wenn es beispielsweise um Job- und Wohnortwechsel oder um die immer stärker geforderte Weiterbildung geht. Herausgefordert sind auch die Wissenschaftler, die sich mit diesen Problemen beschäftigen. 200 Experten aus dem Bereich der Weiterbildung tauschen sich vom 29. September bis 1. Oktober bei der Jahrestagung der Sektion Erwachsenenbildung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) zu diesen Themen auf dem Campus Westend aus. Organisiert haben diese Tagung, an der neben Wissenschaftlern auch Praktiker teilnehmen Prof. Christiane Hof und Prof. Dieter Nittel vom Arbeitsbereich Erwachsenenbildung/Weiterbildung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität.

Zum Zentrum der Vorträge stehen die „Übergänge“ oder „Transitionen“, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchlaufen – von der Jugend ins Erwachsenenalter oder von der Schule an die Uni oder in die Berufsausbildung – und später vom Beruf in die Rente. Diese Übergänge müssen die Einzelnen bewältigen – und sie sind deutlich komplizierter geworden. Die Forscher widmen sich zunehmend der Frage, wie diese Übergänge bewältigt werden können und welcher Zusammenhang zwischen diesen Übergangsphasen und dem Lernen besteht. Die sozialen Rahmenbedingungen für die Gestaltung von individuellen Lebensverläufen und biografischen Übergängen sind sehr unterschiedlich verteilt. Dies zeigt sich nicht nur in dem empirisch immer wieder belegten hohen Einfluss von Bildungsstand und Milieuzugehörigkeit auf die individuellen Weiterbildungsaktivitäten, sondern auch in der Bedeutung individueller Kompetenzen für Transitionsprozesse.

Bei der Tagung, die unter dem Titel „Transitionen in der Erwachsenenbildung: Gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Übergänge“ läuft, werden in verschiedenen Arbeitsgruppen aktuelle Forschungen vorgestellt. Dabei geht es u.a. um die Bedeutung von Lernprozessen und Weiterbildungsaktivitäten bei der Bewältigung von Übergängen, um empirische Ergebnisse zu den individuellen Voraussetzungen und Kompetenzen für unterschiedliche Transitionen und um neue Anforderungen an die pädagogischen Institutionen und die professionellen Akteure.

Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Ortfried Schäffter (Humboldt-Universität Berlin) am Montag (29. September) ab 16.30 Uhr im HZ 5, Campus Westend, halten. Er spricht zum Thema „Übergangszeiten – Transitionen und ‚Life- Trajectories‘ – Übergangskompetenz beim Navigieren durch Bildungslandschaften im Lebensverlauf“. Für einen weiteren öffentlichen Vortrag am Mittwoch (1. Oktober) um 9 Uhr (ebenfalls im HZ 5) hat der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Andreas Walther das Thema „Übergänge im Lebenslauf: zwischen Heuristik und pädagogischer Gestaltungsaufgabe“ gewählt.

Informationen: Prof. Dr. Christiane Hof, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798-36392, hof@em.uni-frankfurt.de, Weitere Informationen zur Tagung unter: http://www1.uni-frankfurt.de/fb/fb04/Jahrestagung-Sektion-Erwachsenenbildung/index.html