Wissenschaft für die Gesellschaft

Vortragsreihe zum Jubiläumsjahr über berühmte Forscher aus Frankfurt

Veröffentlicht am: Mittwoch, 20. August 2014, 16:33 Uhr (248)

FRANKFURT. Max-Born-Straße, Otto-Stern-Zentrum, Max-von-Laue-Straße: Wer im Frankfurter Neubaugebiet auf dem Riedberg wohnt, dem sind diese Namen mehr als geläufig. Die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Goethe-Universität, die hier residieren, haben bei der Benennung der neuen Straßen Spuren hinterlassen. Handelt es sich doch um die Namen bedeutender Wissenschaftler – insbesondere aus dem Bereich der Physik.

Doch wofür stehen Max von Laue, Otto Stern, Max Born, die allesamt den Nobelpreis erhielten? Was haben Alfred Landè und Walther Gerlach der Welt gegeben? Das können Bewohner des Riedbergs und andere interessierte Bürger bei einer Vortragsreihe erfahren, die im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Goethe-Universität stattfindet. Vom 25. August an finden in loser Folge montags um 19 Uhr im Otto-Stern-Zentrum am Riedberg Veranstaltungen statt, die ein lebendiges Bild der Naturwissenschaften in Frankfurt vermitteln sollen.

Den Auftakt macht am 25. August ein Vortrag von Chemie-Professor Harald Schwalbe, der im Juli von der Kassel-Stiftung zum „Wissenschaftler des Jahres“ gekürt wurde. Er wird „Die Chemie in Frankfurt“ vorstellen und erklären, wie man heutzutage neue Wirkstoffe findet, wie die komplexe Struktur von Enzymen untersucht und neue Materialien entwickelt werden. Und man wird erfahren, welche Rolle Chemiker in der Geschichte der Frankfurter Universität und gerade am Standort Riedberg gespielt haben.

Prof. Horst Schmidt-Böcking, der Initiator der Reihe, wird gleich zwei Vorträge halten. Am 8. September spricht er über „Sternstunden der Physik in Frankfurt“, namentlich über das Leben und Wirken von Forschern wie Max von Laue, Otto Stern, Max Born, Alfred Landè und Walther Gerlach, die die Grundlagen der modernen Quantenphysik geschaffen haben. Am 1. Dezember befasst sich Schmidt-Böcking mit dem Nobelpreisträger Hans Bethe, der in Frankfurt studiert und nach seiner Emigration in den USA am Bau der Atombombe mitgewirkt hat. Nach dem Krieg setzte er sich für Abrüstung ein und wurde zum „Gewissen der US-Wissenschaft“.

Am 29. September spricht der Wissenschaftshistoriker Prof. Notker Hammerstein über „Die Besonderheiten der Universität Frankfurt“, und am 13. Oktober wird sich Prof. Christian Schönwiese mit „Klimaforschung in Frankfurt“ befassen. Er berichtet über die Aktivitäten und Ergebnisse der 1981 eingerichteten Arbeitsgruppe „Klimaforschung“ sowie des derzeit aktiven Instituts für Atmosphäre und Umwelt und des Biodiversitäts- und Klima-Forschungszentrums. Am 17. November wird Wissenschaftshistorikerin Dr. Anne Hardy den Biophysiker Friedrich Dessauer vorstellen, der schon früh die Röntgenstrahlung für Diagnose- und Therapiezwecke nutzte. Dessauer wurde 1922 Professor in Frankfurt, war in der Weimarer Republik stark politisch engagiert und wurde Abgeordneter im Deutschen Reichstag. 1933 musste er in die Türkei emigrieren, kehrte aber in den 50er Jahren nach Deutschland zurück. Er wurde Ehrenbürger von Aschaffenburg und Frankfurt – und natürlich gibt es auf dem Riedberg auch eine Friedrich-Dessauer-Straße.

Alle Vorträge finden im Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal 5, auf dem Campus Riedberg statt. Beginn ist jeweils 19:00 Uhr.

Informationen: Prof. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47002, hsb@atom.uni-frankfurt.de.