„Horizonte der Islamischen Theologie“

Großer wissenschaftlicher Kongress zur islamisch-theologischen Forschung an der Goethe-Universität. 1.-5. September, Campus Westend

Veröffentlicht am: Mittwoch, 20. August 2014, 16:32 Uhr (247)

FRANKFURT. Anfang September wird Frankfurt zum Mittelpunkt der Islamischen Theologie in Deutschland. Das "Zentrum für Islamische Studien" an der Goethe-Universität Frankfurt richtet den bislang größten wissenschaftlichen Kongress zum Thema in Deutschland aus. Zu den Kooperationspartnern gehört der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die Veranstalter erhoffen sich wichtige Impulse für die islamisch-theologische Forschung.

Vom 1. bis zum 5. September werden internationale Fachwissenschaftler verschiedener Disziplinen zu dem Kongress „Horizonte der Islamischen Theologie“ auf den Campus Westend kommen. Erwartet werden mehr als 150 Referenten in mehr als 30 Panels. Die thematische Bandbreite des Kongresses umfasst die Disziplinen der Islamischen Theologie und relevante Forschungsbereiche angrenzender Wissenschaften. Paneltitel von „Neue Wege in der Koranauslegung“ und „Wörtliche Auslegung islamischer Texte“ über „Bioethik“ und „Feministische Theologie“ bis hin zu „Neue Erkenntnisse zur arabischen Syntax“ zeugen von der breiten Themenpalette des Kongresses. Dabei werden international bekannte Persönlichkeiten wie der südafrikanische muslimische Theologe und Anti-Apartheids-Aktivist Farid Esack und der iranische Philosoph und Vordenker Abdolkarim Soroush als Referenten erwartet. Aus Deutschland kommen unter anderem der Frankfurter Theologe und Koranwissenschaftler Ömer Özsoy, die Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter vom Exzellenzcluster sowie der Münsteraner Religionspädagoge Mouhanad Khorchide und Hanna Liss, Expertin für jüdische Bibelauslegung aus Heidelberg.

Der Kongress richtet sich nicht alleine an muslimische Theologinnnen und Theologen, sondern auch an andere mit dem Islam befassten Disziplinen, an christliche und jüdische Theologien, Sprach- und Rechtswissenschaften sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Das Zentrum für Islamische Studien freut sich insbesondere über die vielen Anmeldungen von jungen Nachwuchswissenschaftlern. Zur Eröffnung werden Vertreter des zuständigen Bundes- und Landesministeriums die Teilnehmer begrüßen. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, würdigt den Kongress mit einem Empfang im Kaisersaal des Römer-Rathauses, bei dem auch die renommierte Arabistin und Koranforscherin Angelika Neuwirth sprechen wird.

Nachdem schon 2010 der bundesweit erste volltheologische Studiengang „Islamische Studien“ an der Goethe-Universität eingerichtet wurde, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2011 neben Frankfurt/Gießen auch die drei weiteren Zentren Tübingen, Münster/Osnabrück und Erlangen. Ziel ist der Aufbau einer akademischen islamischen Theologie, die den Glauben kritisch reflektiert, sich mit den islamischen Quellentexten wissenschaftlich auseinandersetzt und dem Leitbild der ergebnisoffenen Forschung verpflichtet ist. Dies geschieht am Standort Frankfurt durch die interdisziplinäre Bündelung der Expertise von Theologen und angrenzenden Wissenschaften.

Zu den Kooperationspartnern gehören der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, die Stiftung Mercator mit dem "Graduiertenkolleg Islamische Theologie" und das DFG-Graduiertenkolleg "Theologie als Wissenschaft.

Das vollständige Programm sowie Informationen zur Anmeldung sind auf der Internetseite www.kongress-islam.uni-frankfurt.de zu finden.