Wie autonom ist die Frankfurter Rechtswissenschaft?

Frankfurter Tag der Rechtspolitik nimmt Bedingungen an der Stiftungsuniversität in den Fokus

Veröffentlicht am: Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:53 Uhr (173)

FRANKFURT. „Autonome Rechtswissenschaft unter den Bedingungen der Stiftungsuniversität?“ – dieses Thema steht dieses Jahr im Mittelpunkt des Frankfurter Tags der Rechtspolitik. Am Mittwoch, 18. Juni, finden im Hörsaal 1 im Hörsaalgebäude auf dem Campus Westend Vorträge und eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. Als Referenten geladen sind der ehemalige Präsident der Goethe-Universität und Öffentlich-Rechtler Rudolf Steinberg, Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann sowie der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano.

Hat die Umwandlung in eine Stiftungsuniversität zum Niedergang der kritischen Frankfurter Rechtswissenschaft geführt? Oder sind dadurch gar ein größerer Spielraum und mehr Eigenverantwortung für den Fachbereich entstanden? Führt Drittmittelorientierung zu Auftragsforschung? Und wie ist es angesichts der Vorgaben durch das Deutsche Richtergesetz und das Hessische Juristenausbildungsgesetz überhaupt um die Autonomie im Studium der Rechte bestellt? Nach der Eröffnung durch den Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft, Professor Georg Hermes, und den Staatssekretär im Hessischen Justizministerium, Thomas Metz, sollen diese Fragen in Vorträgen und auf dem Podium kontrovers diskutiert werden.

Über die „Stärkung rechtswissenschaftlicher Autonomie in der Stiftungsuniversität“ wird Rudolf Steinberg sprechen, der als „Vater“ der Rückkehr zur Stiftungsuniversität gilt. Mögliche Schattenseiten dieser Verbindung zeigt Andreas Fischer-Lescano in seinem Vortrag über „Ironie der Autonomie. Die Rechtswissenschaft im Pakt mit der ökonomischen Macht“ auf. Und Eva Kühne-Hörmann, die Hessische Justizministerin, wird als weiteren Maßstab autonomer Rechtswissenschaft die gesetzlichen Grundlagen der Juristenausbildung ins Spiel bringen in ihrem Vortrag über „Die Befähigung zum Richteramt – Maßstab autonomer Rechtswissenschaft“.

An der Podiumsdiskussion am Nachmittag nehmen außer den Vortragenden der Frankfurter Rechtswissenschaftler Theodor Baums und Max Pichl vom „Arbeitskreis kritischer Jurist_innen“ Frankfurt am Main teil.

Der Frankfurter Tag der Rechtspolitik wird seit 1992 jährlich vom Hessischen Ministerium der Justiz in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität veranstaltet.

Informationen: Dr. Susanne Pelster, Geschäftsführung Dekanat, Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 069 798-34205; Fax 069 798-34530, Pelster@jur.uni-frankfurt.de