„Faust-Stoff gehört zu den Säulen unserer Zivilisation.“

100 Jahre Goethe-Universität: „Burg“-Schauspieler und international gefeierter Film-Darsteller Klaus Maria Brandauer kommt auf Einladung der Universität Frankfurt und der Steirischen Landesregierung nach Frankfurt / Medienöffentlicher Probentermin um 14.30 Uhr!

Veröffentlicht am: Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:28 Uhr (171)

FRANKFURT. Die Jubiläumsfeierlichkeiten der Goethe-Universität nehmen Anlauf zu einem weiteren kulturellen Höhepunkt: Zu Gast mit einer musikalischen und szenischen Lesung unter dem Titel „Faust … ein gefesselter Prometheus?!“ ist am 12. Juni 2014 der bekannte Schauspieler Klaus Maria Brandauer zusammen mit dem Pianisten, Komponisten und Dirigenten Arno Waschk.

Brandauer selbst sagte in einem Exklusivinterview für die Zeitung UniReport über sein Frankfurter Programm, dieses weise über Goethes Faust-Figur hinaus: „Der Abend heißt „Faust… ein gefesselter Prometheus...?!“ und reicht von der Antike über das Volksbuch bis in die Gegenwart. Der Faust-Stoff gehört zu den Säulen unserer Zivilisation und ich meine das jetzt gar nicht im bildungsbürgerlichen Sinne. Es ist ein universaler Mythos. In ihm spiegelt sich eine besondere Facette unseres Daseins, das Nachfragen, das Sichnichtzufriedengeben – manchmal auf eine sehr deutsche Weise. Für Faust ist das Leben eine Reise ins Ungewisse, zwar mit Anfang und Ende, aber mit unvorhersehbarer Wegstrecke. Das finde ich spannend und das macht ihn so heutig.“

Über den Beruf des Schauspielers sagt er: „Schauspieler kann man nicht werden, sondern nur sein. Neben dem Handwerkszeug, ohne dass es nicht geht, das man aber lernen kann und muss, geht es um eine bestimmte Form der Präsenz, ein Vermögen, sich mitzuteilen, die Bereitschaft, das eigene Erleben einfließen zu lassen. Es braucht den Zugriff auf das eigene gelebte Leben. Dass ist die wichtigste Ressource des Schauspielers.“

Seit Anfang der siebziger Jahre ist Klaus Maria Brandauer einer der gefragtesten Schauspieler auf deutschsprachigen Bühnen. Zu seinen wichtigsten Rollen zählen Shakespeares Romeo, Schillers Fiesco, Büchners Leonce und der Prinz in Lessings Emilia Galotti, welchen er in der legendären Inszenierung von Fritz Kortner spielte. Seit 1972 ist er Mitglied am Wiener Burgtheater, dessen Ehrenmitglied er heute ist und wo er als Don Carlos, als Ferdinand, als Tartuffe, über hundert Mal als Hamlet und als Lessings Nathan der Weise aufgetreten ist. Im Dezember 2013 kehrte er als König Lear an sein Stammhaus zurück.

Im Jahr 2007 spielte er den Wallenstein in der zehnstündigen Inszenierung von Peter Stein am Berliner Ensemble. Zusammen mit Peter Stein erarbeitete er ebenfalls den Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug und die Titelrolle in Sophokles Ödipus auf Kolonos. Mit dieser Produktion kehrte er im Sommer 2010 zu den Salzburger Festspielen zurück, wo er bis 1990 den Jedermann gespielt hatte.

Neben seiner schauspielerischen Arbeit führt Klaus Maria Brandauer immer wieder Regie. Sein Debüt gab er bereits 1964 in Salzburg mit Aimée von Heinz Coubier. In den letzten Jahren inszenierte er Esther Vilars Speer in Berlin und London, Hamlet am Wiener Burgtheater, Richard Wagners Lohengrin an der Oper Köln und Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper im Berliner Admiralspalast. Klaus Maria Brandauer gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die weltweite Anerkennung gefunden haben. 1970 gab er in der Hollywood-Produktion The Salzburg Connection sein Filmdebüt. Im Laufe der Jahre folgten der James Bond-Streifen Never Say Never Again, Out Of Africa, White Fang, Streets Of Gold, Rembrandt und Introducing Dorothy sowie erst kürzlich Tetro in der Regie von Francis Ford Coppola. Mit seinem Freund István Szabó schuf er die Filmtrilogie Oberst Redl–Mephisto-Hanussen. Als Regisseur verfilmte er Georg Elser – Einer aus Deutschland und Mario und der Zauberer von Thomas Mann.

Klaus Maria Brandauer ist ordentlicher Professor am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, Ehrendoktor der Universität Tel Aviv und der Universität Salzburg, Ehrenbürger von Altaussee in der Steiermark und Haynes in Alaska. Wichtig ist ihm das Spiel mit verschiedenen Rollen: „Zuschauer, Schauspieler, Regisseur – nichts möchte ich immer und ausschließlich sein müssen. Theater und Film – auf keines von beiden möchte ich mich immer und ausschließlich festlegen müssen. Ich brauche das Spiel der Möglichkeiten. Ich brauche die Möglichkeiten des Spiels. Bleiben tu’ ich mir nicht. Noch nicht.“ Arno Waschk dirigierte 2009 Musiktheater-Uraufführungen von Sören Nils Eichberg in Tangermünde sowie von Christoph Schlingensiefs Mea Culpa am Burgtheater Wien, für das er zahlreiche eigene Kompositionen beisteuerte. Für die Burgtheater-Inszenierung von Faust I von Matthias Hartmann Im September 2009 komponierte er die Bühnenmusiken. Zudem war er an Schönbergs Moses und Aron auf der Ruhrtriennale sowie an der Uraufführung von Proserpina von Wolfgang Rihm in Schwetzingen beteiligt. Seit 2008 spielte er in Matthäuspassion (Regie: Sebastian Hartmann) am Centraltheater Leipzig. Er tritt regelmäßig als Klavierpartner von Klaus Maria Brandauer auf.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl erklärte: „Der Abend mit Klaus Maria Brandauer stellt einen besonderen Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr dar. Ich danke Herrn Brandauer für seine Bereitschaft und sein großes Engagement und dem Land Steiermark und der steirischen Landesregierung für die nachhaltige Unterstützung dieser Veranstaltung und die Organisation eines steirischen Abends. Einmal mehr zeigt sich im Jubiläumsjahr, dass internationale Zusammenarbeit großartige Ergebnisse hervorbringen kann.“

Der für Wirtschaft, Europa und Kultur verantwortliche Landesrat der steirischen Landesregierung, Dr. Christian Buchmann, betonte: „Seit vielen Jahren besteht eine enge politische Kooperation und Freundschaft zwischen der Steiermark und dem Land Hessen. Der 100. Geburtstag der Goethe-Universität ist der denkbar beste Anlass, auf diese enge Verbindung hinzuweisen und diese angemessen zu feiern. Wir freuen uns auf einen großartigen Abend in Frankfurt, mit dem das Land Steiermark einen wichtigen Beitrag für das Hochschuljubiläum leistet.“

Der für das Jubiläum federführende Vizepräsident und gebürtige Steirer, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, der mit seinen Kontakten in sein Heimatland die Veranstaltung anbahnte, sagte, dieser Abend biete auch Gelegenheit, die intensive Zusammenarbeit zwischen Hessen und dem Land Steiermark weiter zu vertiefen. Graz verfüge über eine der besten Universitäten Österreichs. Eine stärkere Kooperation  zwischen beiden Universitäten zum Beispiel im Bereich der Medizin und Biowissenschaften sei sehr wünschenswert. Hierzu werde es mit der politisch hochrangigen Delegation aus der Steiermark in Frankfurt weitere Gespräche geben.

Im Anschluss an die Lesung lädt das bei der Veranstaltung ebenfalls gastgebende Land Steiermark zu einem Steirischen Abend ein. Dieser dient der Präsentation kulinarischer und musikalischer Genüsse des österreichischen Bundeslandes. Der Steirische Abend steht geladenen Gästen offen.

Hinweise für die Medien: Anstatt eines Medientermins bietet Herr Brandauer Medienvertretern die Möglichkeit, am 12. Juni von 14:30 bis 14.45 Uhr an einer Probe zu „Faust … ein gefesselter Prometheus?“ im Hörsaal 1+2 teilzunehmen (Adresse: Goethe-Universität, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt). Hier können vom Ablauf der Probe Bild- und Tonaufnahmen hergestellt werden. Zugelassen sind nur akkreditierte Journalisten. Es bestehen jedoch nach derzeitigem Stand keine Möglichkeiten für individuelle Interviews.

Der Künstler legt großen Wert darauf, dass während der abendlichen Lesung keine Ton- und Bildaufnahmen hergestellt werden. Diese Möglichkeit besteht erst nach dem Schlussapplaus. Akkreditierungen bitte unter der E-Mail-Adresse: ott@pvw.uni-frankfurt.de Hinweise für Interessente: Die Veranstaltung ist leider bereits vollständig ausgebucht. Zusätzliche Kartenwünsche können daher nicht mehr berücksichtigt werden. Eine Übertragung der Lesung in andere Hörsäle der Universität ist aus technischen Gründen leider nicht möglich.

Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de