Neues Schülerlabor für Hirnforschung an der Goethe-Universität

Faszination Gehirn: experimentieren, erleben und verstehen Gemeinnützige Hertie-Stiftung fördert im Jubiläumsjahr der Goethe-Universität innovative Lehreinrichtung für Schüler mit 318.000 Euro

Veröffentlicht am: Mittwoch, 11. Juni 2014, 10:33 Uhr (170)

FRANKFURT. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die Goethe-Universität Frankfurt richten ein Schülerlabor ein, in dem Schülerinnen und Schüler die Funktionsweise des menschlichen Gehirns kennen lernen und sich intensiv mit den Methoden der Neurowissenschaften auseinander setzen können. Die Goethe-Universität wird die Räumlichkeiten und die personelle Leitung des Schülerlabors zur Verfügung stellen, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung übernimmt die Ausstattung des Labors und die Betriebskosten für eine Laufzeit von zunächst drei Jahren in Höhe von knapp 320.000 €. Ab Sommer 2015 sollen jährlich 1000 Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und Umgebung das Schülerlabor nutzen können.

Kinder und Jugendliche sind für die Gemeinnützige Hertie-Stiftung eine wichtige Zielgruppe, für die spezielle Projekte entwickelt werden. „Das Schülerlabor Neurowissenschaften erweitert unser Portfolio in hervorragender Weise. Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, welche zentrale Rolle das Gehirn hat und wie wichtig Hirnforschung für unsere Gesellschaft ist. Zudem verstehen wir es als Geschenk an die Goethe-Universität und an die Menschen der Stadt Frankfurt, der wir uns als Sitz der Stiftung besonderes verbunden fühlen“, so Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Im Schülerlabor können Schulklassen ab der Mittelstufe  Experimente durchführen, die das Schulwissen zum Gehirn greifbar machen und die Faszination des Gehirns und seiner Erforschung vermitteln. Themen wie Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, aber auch das Wissen über Prozesse im gesunden und kranken Gehirn werden hier zum Leben erweckt.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich die Hertie-Stiftung zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität für die wissenschaftliche Nachwuchsarbeit und Lehrforschung einsetze: „Mit einem Schülerlabor Neurowissenschaften konkretisieren die Hertie-Stiftung und die Goethe-Universität gemeinsam die Idee einer Bürgeruniversität. Mit diesem Neuro-Labor ermöglichen wir Schülerinnen und Schülern die unmittelbare Begegnung mit Wissenschaft und Wissenschaftlern auf einem spannenden Forschungsfeld und unseren Lehramtsstudenten einen praktischen Anwendungsbezug“, so der Präsident. „Insofern entsteht das Schülerlabor zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Die Goethe-Universität erweitert damit ihr Angebot für Schülerinnen und Schüler. Prof. Paul Dierkes, der bisher schon im Rahmen der Lehramtsausbildung das „Goethe-BioLab“ in den Biowissenschaften leitet, sprach von „faszinierenden neuen Möglichkeiten“, die sich mit dem neuen Labor und seiner apparativen Ausstattung für die Verbesserung der Lehre und Lehrforschung ergeben. „Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Universität in den Schulunterricht ist ein wichtiges Ziel unserer fachdidaktischen Forschung.  Das geplante Schülerlabor eröffnet Lehramtsstudierenden als Lehr-Lern-Labor eine Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens in einem wissenschaftlich hoch attraktiven Feld.“