JPN-Forschungspreis 2013

Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung zeichnet wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Armut und sozialer Grundsicherung aus.

Veröffentlicht am: Donnerstag, 08. Mai 2014, 17:42 Uhr (121)

FRANKFURT. Mit drei Forschungspreisen und einem Sonderpreis hat die Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit Armut und soziale Grundsicherung beschäftigen, prämiiert. Die Auszeichnungen wurden heute im Rahmen einer Preisverleihung an der Goethe-Universität übergeben. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Universitätsvizepräsidentin Prof. Tanja Brühl und Stiftungs-Vorsitzender Prof. Wolfgang Glatzer sprachen die Grußworte.

Melanie Bertl wurde für ihre Masterarbeit zum Thema „Armut und politische Beteiligung. Eine empirische Analyse der politischen Beteiligung von materiell benachteiligten Personen anhand von Daten des Sozio-ökonomischen Panels“ ausgezeichnet. Für ihre Diplomarbeit zum Thema „Kunstvermittlung als partizipatorisches Konzept zur Inklusion sozial benachteiligter Jugendlicher. Eine qualitative Studie über das ‚KOMM!‘ Projekt in Frankfurt-Höchst“ wurde Mirjana Malesevic prämiiert. Patrick Sachweh erhielt einen Preis für seine Dissertation, die sich mit dem Thema „Deutungsmuster sozialer Ungleichheit. Wahrnehmung und Legitimation gesellschaftlicher Privilegierung und Benachteiligung“ beschäftigt.

Der Sonderpreis ging an die evangelische Kirche im Hochtaunus für den „dritten Reichtums- und Armutsbericht“.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann würdigte in seiner Rede über „Frankfurt: Im Schatten von Armut“ die drei Forschungspreisträger: „Ich freue mich besonders, dass in diesem Jahr eine Forscherin, nämlich Mirjana Malesevic ausgezeichnet wird, die ein Thema behandelt, dem die Politik große Aufmerksamkeit widmen muss. Es geht darum über Kunst und Kultur die gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen zu stärken. Als ich sagte, Kultur ist auch ein Teil der Sozialpolitik, meinte ich genau dies: ‚Kultur für alle‘ muss mehr sein als ein Schlagwort. Kultur für alle muss mit Leben gefüllt werden. Kulturelle Bildung und Interesse müssen geweckt und gestärkt werden. Jugendliche für Kultur zu begeistern, in diesem Ziel weiß ich mich mit der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung und vielen anderen Stiftungen und Initiativen unserer Stadt einig. Darüber bin ich sehr glücklich!
Auch die beiden weiteren Preisträger, Melanie Bertl und Patrick Sachweh, behandeln wichtige Fragen. Einerseits die Frage nach der politischen Partizipation materiell benachteiligter Menschen und anderseits die Frage, wie soziale Ungleichheit im öffentlichen Diskurs legitimiert werden soll. Hier wünsche ich mir, dass Wissenschaft und Politik in einen Austausch treten, denn beide Themen sind gleichermaßen brisant und hochaktuell.“

Prof. Wolfgang Glatzer (Goethe-Universität), Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung, unterstrich in seiner einführenden Rede, dass das Armutsproblem auch in der Wohlstandsgesellschaft noch längst nicht gelöst sei: „Im Kontrast zum heutigen Reichtum der Gesellschaft erscheint die verbliebene Armut den Betroffenen oft schwerwiegender als zuvor.“

Mit dem Preis der JPN-Stiftung werden in mehrjährigen Abständen Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen, die sich mit Themen wie Armut und soziale Grundsicherung befassen, ausgezeichnet. Josef Popper war ein 1838 geborener Ingenieur und Sozialphilosoph, der insbesondere in seinem Hauptwerk von 1912 „Die Allgemeine Nährpflicht als Lösung der sozialen Frage. Mit einem Nachweis der theoretischen und praktischen Wertlosigkeit der Wirtschaftslehre“ für die Einführung einer allgemeinen Grundsicherung plädierte.

Weitere Informationen zur Stiftung unter http://www.popper.uni-frankfurt.de/jpn-stiftung/