Oppenheimer: Bedeutender Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft und erster Soziologie-Professor an einer deutschen Universität

Veranstaltungen zum 150. Geburtstag des streitbaren Soziologen und Nationalökonomen – Biographie soeben erschienen

Veröffentlicht am: Montag, 24. März 2014, 15:01 Uhr (065)

MEDIENEINLADUNG 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 30. März wäre Franz Oppenheimer 150 Jahre alt geworden. Anlass genug, um an diesen außergewöhnlichen Gelehrten zu erinnern, der mit seinen zukunftsweisenden Ideen nicht nur das liberale Klima an der Universität in den Zwanziger Jahren entscheidend prägte. Der streitbare Wissenschaftler war der erste Professor für Soziologie an einer deutschen Universität; sein von dem Frankfurter Mäzen Karl Kotzenberg gestifteter Lehrstuhl war der Soziologie und der theoretischen Nationalökonomie gewidmet. Oppenheimer gilt als einer der bedeutenden Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft. Seine Vorstellungen eines „liberalen Sozialismus“, seines „dritten Wegs“ zwischen Kommunismus und Kapitalismus, entwickelte sein berühmtester Schüler Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister in der jungen Bundesrepublik weiter.

Soeben ist in der Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ seine Biographie unter dem Titel „Franz Oppenheimer – Ökonom und Soziologe der ersten Stunde“ erschienen. Darin zeichnen der Soziologe Prof. Klaus Lichtblau und der Ökonom Prof. Volker Caspari den außergewöhnlichen Lebensweg Oppenheimers nach, der als Sohn eines jüdischen Predigers zunächst in seiner Heimatstadt Berlin Medizin studierte und sich –  konfrontiert mit den sozialen Folgen der Industrialisierung – der Nationalökonomie und der Soziologie zuwandte. Sein leidenschaftliches Engagement für die Idee der Siedlungsgenossenschaft – auch im Rahmen der Zionistischen Bewegung – prägte Oppenheimer zeitlebens. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten diskriminiert und schikaniert, entschied er sich erst spät zur Flucht in die USA; 1943 starb er verarmt in Los Angeles.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften stellt zum Gedenken an einen der berühmtesten und bedeutendsten Vertreter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität seine von Fritz Kormis geschaffene Büste im Foyer des Gebäudes der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften aus.

Zu Kurzvorträgen und der anschließenden Enthüllung der Büste laden wir Sie herzlich ein 

am Montag, den 31. März, 18 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Foyer des Gebäudes PA (Erdgeschoss), Grüneburgplatz 1.

Es werden sprechen: Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Rainer Klump; die beiden Autoren der Biographie, Prof. Volker Caspari und Prof. Klaus Lichtblau; Prof. Bertram Schefold (über den Bildhauer Fritz Kormis) und der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums, Michael Lenarz (über Jüdische Wissenschaftler im Frankfurt der Zwanziger Jahre).

Das Institut für Soziologie präsentiert vom 14. April bis 31. Mai unter dem Titel „Liberaler Sozialist, Zionist, Utopist“ eine Fotoausstellung. Gezeigt werden über 40 Fotos aus Oppenheimers in jeder Hinsicht ungewöhnlichem Lebensweg. Die Fotografien gewähren Einblicke in sein wissenschaftliches und familiäres Umfeld ebenso wie in den zeitgeschichtlichen Kontext, in dem er sich bewegt hat. Kuratiert wurde die Ausstellung von Claudia Willms M.A. und Prof. Lichtblau.

Zur Vernissage der Fotoausstellung laden wir sie ein

am Montag, den 14. April, 16 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Foyer des Gebäudes PEG (Erdgeschoss), Grüneburgplatz 1. 

Es werden sprechen: Prof. Heather Hofmeister (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Soziologie der Goethe-Universität), Prof. Julius H. Schoeps (Moses Mendelssohn Zentrum, Europäisch-Jüdische Studien, Universität Potsdam), Prof. Klaus Lichtblau und Claudia Willms, M.A., Institut für Soziologie der Goethe-Universität.

Beide Veranstaltungen finden im Rahmen der 100-Jahrfeier der Goethe-Universität statt (www2.uni-frankfurt.de/gu100).

Wir freuen uns über eine kurze Rückmeldung, ob Sie an den Veranstaltungen teilnehmen können – am besten per Mail an: jaspers@pvw.uni-frankfurt.de. Wir stellen Ihnen auch gern ein Rezensionsexemplar der im Societäts-Verlag erschienenen Oppenheimer-Biographie zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation