Der Turm als Biotop

Universitätsarchiv der Goethe-Universität widmet dem AfE-Turm anlässlich der Sprengung eine kleine Essaysammlung

Veröffentlicht am: Freitag, 31. Januar 2014, 09:09 Uhr (025)

FRANKFURT. Seine Sprengung wird tausende Schaulustige nach Bockenheim locken: Der AfE-Turm war aber auch schon zu der Zeit, in der in ihm noch geforscht und gelehrt wurde, ein ganz besonderer Ort. Um diese universitäre Lokalität zum Abschluss zu würdigen, hat das Universitätsarchiv der Goethe-Universität die Publikation „Der Turm. Drei Studien zu seiner Sprengung“ herausgebracht. Der Frankfurter Soziologe Prof. Tilman Allert, der selber viele Jahre zu den „Turmbewohnern“ zählte, geht in drei Essays den Besonderheiten dieses Biotops nach.

In „Kleine Soziologie der Turmsprüche“ untersucht Allert die „bizarr skurrilen Dokumente der Jungklugheit“ an den Wänden und lotet ihre ästhetischen, kommunikativen und gesellschaftlichen Bezüge aus.

In „‘Miss you.‘ Hommage an die Hausmeister“ beschäftigt sich Allert mit den „heimlichen Herrschern“ des Turms, die in ihrer „Schaltzentrale“ im Foyer des Turms sitzend sich freundlich und souverän dem „technologischen Kummer“ der akademischen Turmbewohner widmen.
Im Essay „Exzellenz trägt schwarz. Zum Kantianismus der Krähen“ schließlich geht Allert dem erstaunlichen Verhalten eines tierischen Turmbewohners nach: der Rabenkrähe, deren Futterrecherche dem Soziologen viel Stoff für begriffliche Differenzierungen und philosophische Spekulationen bietet.

Ergänzt werden die drei Essays durch eine kleine Fotosammlung.

Die Publikation ist ab sofort erhältlich in den Bockenheimern Universitätsbuchhandlungen, kann aber auch beim Universitätsarchiv zu einer Schutzgebühr von 4,- Euro bestellt werden.

Informationen: Wolfgang Schopf, Universitätsarchiv der Goethe-Universität, uniarchiv@uni-frankfurt.de