Kooperation zwischen Phorms Schule Frankfurt und Goethe-Universität

Neues Forschungsnetzwerk zu bilingualem Lernen, Immersion und Mehrsprachigkeit

Veröffentlicht am: Donnerstag, 16. Januar 2014, 17:31 Uhr (011)

FRANKFURT. Michael Gehrig, Schulleiter der bilingualen Phorms Schule Frankfurt und Daniela Elsner, Professorin für Didaktik der englischen Sprache und Sprachlehrforschung an der Goethe Universität Frankfurt, haben heute offiziell eine Kooperation beschlossen. Theorie und Praxis sollen künftig stärker verzahnt werden. Die Kooperation sieht vor, dass künftig Studierende der Sprachlehrforschung im Rahmen von Hospitationen und Praktika an der Phorms Schule in der Praxis erproben, was sie in der Theorie an der Universität lernen. Die Lehrer der Phorms Schule profitieren durch den engen Kontakt zu den Studenten ebenfalls. Die Studenten informieren die Lehrkräfte der Phorms Schule über neue Erkenntnisse und Entwicklungen aus der fremdsprachendidaktischen Unterrichtsforschung. Zusätzlich werden von universitärer Seite aus Fortbildungen für die Lehrkräfte angeboten. Die Lehrer können auch an ausgewählten Veranstaltungen des Instituts teilnehmen.

Die Kooperation bietet Chancen für beide Seiten. „Die Phorms Schule Frankfurt ist ein perfektes Umfeld, in dem wir gemeinsam offene Fragen im Hinblick auf die Chancen und Grenzen bilingualer beziehungsweise immersiver Unterrichtskonzepte in Deutschland erforschen können“, sagte Daniela Elsner. Seit 2010 ist sie Professorin für Didaktik und Sprachlehrforschung am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe Universität Frankfurt. Zuvor lehrte sie in Vechta, Bremen und Köln.

Die bilinguale Phorms Schule Frankfurt hat zwei Standorte: Im Holzhausen Viertel in Frankfurt und in Steinbach im Taunus. Von der Eingangsstufe bis zum Gymnasium lernen die Kinder auf Englisch und auf Deutsch bei muttersprachlichen Pädagogen.  Vor allem in Kanada und den USA blickt man auf langjährige Erfahrungen mit Immersionsschulen zurück. In Deutschland sind Schulen, an denen mehr als 80 Prozent des Unterrichts in einer Fremdsprache erfolgen, noch die Ausnahme. Unterschiedliche Studien belegen, dass sich immersive Unterrichtskonzepte positiv auf die kognitive Entwicklung und die Sachfachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler auswirken können. Weitgehend ungeklärt ist aber bislang, wie sich die Beschulung in einer anderen Sprache als der Muttersprache langfristig auf die Kompetenzen in der Erstsprache, die Identität der Lerner und ihr Sprachenselbstbild auswirken. „Auch wissen wir noch nicht genug über die Sprachentwicklung von mehrsprachigen Kindern in solchen Settings“, erläuterte Daniela Elsner.

Für dieses Forschungsprojekt benötigt die Gruppe noch Drittmittelgeber, um die sie sich derzeit bemüht. Im Rahmen der Kooperation können die Studenten für ihre Abschlussarbeiten zunächst kleinere Untersuchungen durchführen. Die Ergebnisse dieser Studien werden in einen Sammelband einfließen, der im Shaker Verlag Aachen in der Reihe „Papers of Excellence“ erscheinen wird. „Wir freuen uns sehr auf neue Erkenntnisse durch die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften, den Schülern und Herrn Gehrig, der uns mit seinem Engagement und Tatendrang sehr beeindruckt!“ sagt Daniela Elsner auch im Namen ihrer Teamkollegin Professorin Britta Viebrock.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Daniela Elsner, Institut für England und Amerikastudien, Sprachlehrforschung und Didaktik. Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-32518, elsner@em.uni-frankfurt.de