Die empirische Wende: Literaturforschung mit digitaler Volltextrecherche

Prof. Fotis Jannidis spricht in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

Veröffentlicht am: Freitag, 10. Januar 2014, 11:06 Uhr (008)

FRANKFURT. Mit der Verwendung digitaler Textsammlungen in der Literaturwissenschaft setzt sich Prof. Fotis Jannidis am Mittwoch (15. Januar) auseinander. Der Titel seines öffentlichen Vortrags lautet „Literaturgeschichte und Makroanalyse“ Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Auch wenn erst ein kleiner Anteil aller gedruckten Bücher im digitalen Volltext vorliegt, hat sich inzwischen bereits ein neues Forschungsfeld etabliert, das Methoden der Korpuslinguistik, des „Information Retrieval“ und des „Text Mining“ verwendet, um Antworten auf Fragen zu erlangen, die bisher schon aufgrund der Menge der zu untersuchenden Texte unbeantwortbar erschienen. Der Professor für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg wird in seinem Vortrag dieses Forschungsfeld und einige der Methoden und Ergebnisse vorstellen.

Der Umgang mit großen Datenmengen hat die Arbeitsweise vieler Geisteswissenschaftler in den vergangenen Jahren erheblich verändert und hat auch inhaltlich zu einem Wandel in den geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern geführt. „Empirische Wende“ nennen die Experten die an Einfluss gewinnende quantifizierende Arbeit an großen, kontrolliert erstellten digitalen Text- und Bildcorpora. Die Goethe-Universität hat auf diesem Gebiet die Nase vorn: Mit der im Dezember 2013 noch einmal um ein Jahr verlängerten Finanzierung für LOEWE-Schwerpunkt kann Frankfurt seine Spitzenposition in der sich schnell entwickelnden Landschaft der „Digital Humanities“ in Deutschland weiter ausbauen. Beteiligt an diesem LOEWE-Schwerpunkt sind auch Informatiker und Geisteswissenschaftler der TU Darmstadt sowie Literaturwissenschaftler des Freien Deutschen Hochstifts (Frankfurter Goethe-Museum).

Informationen: Monika Beck, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32344, m.beck@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org