Genesis : Über den Ursprung der Atome

Prof. Wolfgang Bauer spricht bei der öffentlichen Vortragsreihe „Vom Urknall ins Labor“ im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Veröffentlicht am: Freitag, 10. Januar 2014, 11:04 Uhr (007)

FRANKFURT. Alle Materie auf der Erde, einschließlich unseres Körpers, besteht aus einer gigantischen Anzahl von Atomen. In einem ständigen Recyclingprozess werden die Atome in unserem Körper kontinuierlich mit der Biosphäre ausgetauscht. In der öffentlichen Vorlesungsreihe „Vom Urknall ins Labor“ hält am Donnerstag (16. Januar) um 19 Uhr Prof. Wolfgang Bauer einen Vortrag zum Thema „Genesis – der Ursprung der Elemente“. Im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG gewähren international renommierte Forscher interessierten Laien in diesem Wintersemester einen Blick in die realen und virtuellen Laboratorien der Physik.

Was ist der Ursprung dieser Atome, wie alt sind sie, wie lange leben sie und wie sind sie entstanden? Und können wir Atome sogar – den jahrhundertealten Traum der Alchemisten erfüllend – künstlich ineinander umwandeln? Die Verbindung der moderne Kernphysik und der Astrophysik kann Antworten auf diese Fragen liefern, wie Bauer, Professor an der Michigan State University, USA den Zuhörern zeigen wird.

Prof. Dr. Wolfgang Bauer studierte Physik an der Universität Gießen und promovierte im Jahr 1987. Anschließend war er Postdoctoral Research Fellow am California Institute of Technology, Pasadena (USA). Es folgte 1988 eine Assistenzprofessur an der Michigan State University, East Lansing. Seit 1996 ist Bauer Professor für Physik und Astronomie an der Michigan State University (MSU) und seit 1997 Leiter der Theoriegruppe am National Superconducting Cyclotron Laboratory. Als Chairman des Department of Physics and Astronomy der MSU fungiert Bauer seit 2001, 2009 wurde er Gründungsdirektor des Institute for Cyber-Enabled Research, Michigan State University. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Kernreaktionen bei mittleren und hohen Energien, nukleare Fragmentation, Supernova-Explosionen, Einsatz moderner Medien in der Lehre.

Wie auch die zwei noch folgenden Vorträge beginnt die Vorlesung mit anschließender Diskussionsrunde um 19 Uhr auf dem Campus Riedberg, im Hörsaal 100 des „Frankfurt Institute for Advanced Studies“ (FIAS), Ruth-Moufang-Straße 1. Organisatoren und Veranstalter dieser Reihe sind neben der Goethe-Universität das „Helmholtz International Center for Fair“ (Hic for Fair) und das FIAS. Die Vorlesungen im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ richten sich an interessierte Bürger und Bürgerinnen sowie an Studierende und Angehörige aller wissenschaftlichen Institutionen im Rhein-Main-Gebiet.

Frankfurt ist als Austragungsort einer solchen Ringvorlesung besonders geeignet, da in der Rhein-Main-Region eine Reihe von führenden Forschungsinstitutionen dem Gebiet „Materie unter extremen Bedingungen“ beheimatet ist. Physiker der Goethe-Universität arbeiten eng zusammen mit dem Helmholtzzentrum GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) in Darmstadt und mit der dort entstehenden Großforschungsanlage FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research). Begleitet werden diese Aktivitäten vom Mitveranstalter der Vortragsreihe, dem Helmholtz International Center for FAIR (HIC for FAIR), das demnächst sein neues Forschungsgebäude auf dem Campus Riedberg beziehen wird, und von dem benachbarten, theoretisch arbeitenden interdisziplinären Forschungsinstitut FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies).

Die weiteren Vorträge auf einen Blick:

30. Januar 2014
Hans-Thomas Janka (Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching: Rätselhafte Supernovae – den Geheimnissen der größten kosmischen Explosionen auf der Spur

10. Februar 2014 (Montag)
Harald Lesch (Ludwig-Maximilians-Universität München: Schlagzeilen vom Rand der Wirklichkeit

Informationen: Prof. Dr. Marcus Bleicher, Helmholtz International Center for FAIR, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47834, contact@hicforfair.de; Dr. Joachim Reinhardt, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47866, reinhardt@fias.uni-frankfurt.de; fias.uni-frankfurt.de/materie