Bildung ohne Gerechtigkeit?

Am 11. November startet die Goethe-Uni in Kooperation mit hr-info die Hauptreihe der 10. Frankfurter Bürger-Universität

Veröffentlicht am: Donnerstag, 07. November 2013, 10:37 Uhr (264)

FRANKFURT. Bühne frei für die 10. Frankfurter Bürgeruniversität! In der Tradition einer von Frankfurter Bürgern geschaffenen Hochschule stellt sich die Goethe-Universität am Vorabend ihres 100. Geburtstags erneut einer Debatte mit öffentlicher Relevanz: „Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte“, so lautet der Titel der neuen Diskussionsreihe im Wintersemester 2013/14, die zusammen mit der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) entwickelt wurde. Unterstützt von hr-info bildet die Reihe zugleich die Brücke ins universitäre Jubiläumsjahr 2014. Die persönliche Schirmherrschaft übernimmt erneut Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Reihe auch persönlich eröffnet. Die redaktionelle Begleitung im Programm und Moderation der sechs Abende übernehmen Redakteure von hr-info.

Nach „Demokratie im Würgergriff der Finanzmärkte?“ im vergangenen Wintersemester geht es nun bei „Bildung ohne Gerechtigkeit?“ auch um ein Kernthema der Universität: In der Frankfurter „Bürger-Universität“ diskutieren Wissenschaftler, Experten und Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern einzelne Aspekte der Auseinandersetzung um gute und schlechte Bildung. Der Fokus richtet sich auf sogenannte „Bildungsverlierer“, auf Lernen mit Migrationshintergrund, aber auch verschulte Studiengänge als Folge der Bologna-Reform. Gesellschaftliche Überakademisierung und Bildung aus Sicht von Ökonomen und Großunternehmern sind weitere Aspekte.

„Ungelernt und chancenlos? Die Bildungsverlierer“. Im Mittelpunkt steht die unbequeme Seite der deutschen Leistungsgesellschaft, dort wo Expansion und Exzellenz kein Maßstab mehr sind. Während das allgemeine Bildungsniveau in Deutschland steige, so das Fazit des aktuellen Bildungsberichts von Bund und Ländern, gäbe es unter Deutschlands Jugendlichen einen harten Kern von bis zu 20 Prozent Bildungsverlierern: Sie können nicht richtig lesen oder schreiben, brechen die Schule oder die Lehre ab und nutzen keine Weiterbildungsangebote. Prof. Udo Rauin, der Leiter der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität, wird diese Gruppe in seinem Impulsvortrag charakterisieren und auch auf die gesellschaftlichen Folgen dieser vermeintlichen „Problemkinder“ hinweisen. Antworten und Meinungen soll auch die Podiumsdiskussion liefern, die von folgenden Experten gestaltet wird: 

  • Katja Cabrini, Direktorin der Frankfurter Sophienschule
  • Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt
  • Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft
  • und den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern

am: Montag, 11. November 2013, um 19.30 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main
„Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

Weitere Vorträge: 25. November 2013
Ausgegrenzt und unterschätzt? Migranten im deutschen Bildungssystem
u.a. mit Masoud und Mojtaba Sadinam, Studenten der Goethe-Universität und Autoren von „Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“, Prof. Frank-Olaf Radtke, Erziehungswissenschaftler und Suat Yilmaz, Deutschlands einziger Hochschul-Talentscout 

9. Dezember 2013
Verschult und überfrachtet? Bildung zwischen Theorie und Praxis
u.a. mit Tanja Brühl, Vize-Präsidentin der Goethe-Universität und Politologin, Prof. Birgit Blättel-Mink, Soziologin und Direktorin am IWAK, Prof. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg und Giorgio Nasseh, Asta-Sprecher Frankfurt

16. Dezember 2013
Dressiert und angepasst? Wege aus dem einseitigen Lernen
u.a. mit Prof. Gerhard Büttner, Leiter der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung und Enja Riegel, Reformpädagogin

13. Januar 2014
Exklusiv und effizient? Bildung als Ware
u.a. mit Claudia Bremer, Leiterin studium digitale, Andreas Koini, Direktor der Strothoff International School Dreieich, Prof. Sighard Neckel, Soziologe

27. Januar 2014
Abgehoben und überakademisiert? Wie viel Bildung verträgt der Mensch?
u.a. mit Götz Rehn, Gründer von Alnatura, Prof. Manfred Prenzel, Pisa-Studien-Experte, Dirk Roßmann, Gründer von Rossmann und Dr. Heiner Schnelling, Leiter der Universitätsbibliothek

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Wichtige Hinweise: Veranstaltungsort ist ab dem 11. November immer der Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main; die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und stehen in der Regel am Folgetag als Videopodcast zur Verfügung.

Das komplette Programm der 10. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de