Sie studiert Parkinson an Hefezellen

Gastvortrag von Susan Lindquist zu Krankheiten durch falsch gefaltete Proteine

Veröffentlicht am: Donnerstag, 17. Oktober 2013, 13:58 Uhr (251)

FRANKFURT. Wie falten sich Proteine richtig und was passiert, wenn sie es nicht tun? Die korrekte Faltung der zunächst langkettigen Moleküle wird in den letzten Jahren intensiv erforscht, nicht zuletzt dank der Pionierarbeiten von Susan Lindquist. Denn eine Störung im korrekten Ablauf der Proteinfaltung kann dramatische Folgen haben: Alzheimer, Chorea Huntington und Parkinson zählen zu den Krankheiten, denen eine fehlerhafte Proteinfaltung zu Grunde liegt. Die Forscherin vom Whitehead Institute for Biomedical Research in Massachusetts, USA, wird in ihrem Vortrag an der Goethe Universität im Rahmen der Sanofi Perspective Lectures über ihre neuesten Forschungsergebnisse berichten.

Wann? Dienstag, 22. Oktober um 18 Uhr 15.
Wo?    Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad, Hörsaalgebäude 22-1.

Proteine beeinflussen durch Um- und Neufaltungen wichtige biologische Vorgänge wie die Aktivierung von Funktionseiweißen, zu denen die Enzyme und Hormone gehören. Mittels veränderter Proteinfaltung kann eine Zelle außerdem auf extremen Stress wie Hitze oder Toxine reagieren. Lindquist und ihrem Team gelang es, wichtige Schritte in diesem Prozess aufzuklären und zu beschreiben. 

Lindquist konnte in Hefezellen die biologischen Folgen der Parkinson-Krankheit reproduzieren. Mit dem von ihr speziell entwickelten Verfahren prüft sie zurzeit verschiedene Substanzen, mit denen man die Krankheit verhindern beziehungsweise behandeln könnte. Für ihre herausragenden Beiträge zur Weiterentwicklung des Wissens in der Biologie erhielt sie 2010 vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika die national medal of science.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-5964, ivan.dikic@biochem2.de