Schule der Potentialentfaltung – Begabung, Beziehung und Selbstkompetenz

Fachtag Hochbegabtenförderung anlässlich der Verleihung des Karg Preises 2013 an der Goethe-Universität.

Veröffentlicht am: Freitag, 04. Oktober 2013, 11:14 Uhr (234)

FRANKFURT. Potentialentfaltung und Persönlichkeitsbildung kennzeichnen leistungsfähige, erfolgreiche Bildungssysteme und Bildungseinrichtungen. Nicht nur unter den Vorzeichen der inklusiven Schule, auch in der Hochbegabtenförderung werden Normorientierung und einseitige Leistungsorientierung zunehmend hinterfragt. Doch wie funktioniert eine für alle Kinder optimale Schule der Potential-entfaltung, die auch hochbegabte Kinder und Jugendliche nicht zu kurz kommen lässt?  Dieser Frage geht der bundesweite Fachtag Hochbegabtenförderung in Kooperation von Karg-Stiftung und der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (Bereich: Goethe-Lehrerakademie) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 8. Oktober nach.  Er richtet sich an Fachkräfte, die Verantwortung für die Gestaltung der Hochbegabtenförderung tragen – in Bildungspraxis und Bildungsverwaltung: 

Fachtag „Schule der Potentialentfaltung –  Begabung, Beziehung und Selbstkompetenz“.

08. Oktober 2013, 09:30 – 17:00 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt am MainCampus Westend, Casinogebäude, Raum 1.801, Grüneburgplatz 1.

Der Fachtag Hochbegabtenförderung 2013 gewährt Einblick in die gelingende Praxis von selbstgesteuertem und selbstverantwortetem Lernen, von Lernbegleitung und Leistungsrückmeldung sowie in Bildungswege für Hochbegabte. Die Entfaltung von Potentialen wird dann möglich, wenn das hochbegabte Kind seine Fähigkeiten erkennt und entscheidet, diese selbst zu aktivieren – so Prof. Victor Müller-Oppliger. Mit seinem Vortrag zur Bedeutung der Selbstkompetenz führt er praxisnah in diesbezügliche Lernformate ein. Der Rolle der pädagogischen Beziehungsarbeit gehen Dr. Gudrun Schulz-Wensky und Hermann Wübbels nach. Sie zeigen, wie sehr die Entwicklung von Selbstkompetenzen auch in der Hochbegabtenförderung mit  professioneller pädagogischer Beziehungsgestaltung Hand in Hand geht. Praktische Konzepte geben Hinweise für Lernberatung und Lernbegleitung, für Unterrichts- und Schulentwicklung.

In der Abschlussrunde diskutieren Schüler und Schülerinnen, Pädagogen und Wissenschaftler über die Bedeutung von Begabung, Beziehung und Selbstkompetenz. Sie nehmen die unterschiedlichen Modelle der Hochbegabtenförderung in den Blick und setzen diese zur Inklusionsdebatte in Bezug. Denn jede Schule sollte eine Schule der Potentialentfaltung sein - zumal eine, die sich um hochbegabte Kinder kümmert.

Was eine Schule der Potentialentfaltung ist, macht die Evangelische Schule Berlin Zentrum (esbz) anschaulich. Sie wird im Rahmen des Fachtages Hochbegabtenförderung mit dem mit 50.000,- Euro dotierten Karg Preis 2013 ausgezeichnet. Als einer der höchstdotierten Bildungspreise zeichnet er alle zwei Jahre innovative Bildungseinrichtungen in der Hochbegabtenförderung aus. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum überzeugte die Jury mit ihrem wegweisenden Konzept einer partizipativen und persönlichkeitsbildenden inklusiven Hochbegabtenförderung. Sie beweist eindrucksvoll, dass die Förderung von Jugendlichen mit besonderen Lern- und Leistungsbedürfnissen nicht auf herkömmliche Schulformen und segregative Angebote beschränkt sein muss. „Hier wird die Schule zum Lernort, der Potentiale um ihrer selbst willen fördert und nicht die Performanz, sondern die Persönlichkeitsbildung in den Vordergrund stellt“, so Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung. Margret Rasfeld, Schulleiterin der esbz, stellt gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen die Schule vor – und macht Mut, auch in der Hochbegabtenförderung neue Wege zu gehen.   

Medienvertreter sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.

Kontakt: Sabine Wedemeyer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Karg-Stiftung. Tel. (69) 665 62-113, mobil +49 160-90984916, sabine.wedemeyer@karg-stiftung.de

Programm des Fachtages: http://www.karg-stiftung.de/binaries/addon/350_2013_09_karg_preis_fachtag_(web).pdf