„Sagen Sie jetzt bitte nichts“

Im Rahmen der Bürger-Universität spricht Stefan Lukschy über den Humoristen Loriot

Veröffentlicht am: Donnerstag, 04. Juli 2013, 11:21 Uhr (165)

FRANKFURT. Kaum ein Humorist hat sich derart in das Kollektivgedächtnis der Deutschen eingebrannt wie Loriot. Mit seinen Texten, Zeichnungen, Sketchen und Fernsehsendungen hat er der Nation und ihren bürgerlichen Verhaltensregeln und Kommunikationsstörungen den Spiegel vorgehalten. Seine Formulierungen – nicht zuletzt „Früher war mehr Lametta“ – haben Eingang in die deutsche Sprache gefunden, die er selbst meisterhaft beherrschte. Seine Erfindungen, wie etwa die Steinlaus, sind deutsches Allgemeingut geworden.

Vicco von Bülow wird 1923 in Brandenburg in eine Offiziersfamilie geboren und tritt selbst in späteren Jahren in die Offizierslaufbahn ein. Er dient drei Jahre an der Ostfront und erreicht den Dienstgrad Oberleutnant. Nach dem Krieg studiert er an der Kunstakademie Hamburg Malerei und Grafik. Schon kurz nach seinem Abschluss erfindet er das sympathische „Knollennasenmännchen“ und arbeitet als Werbegrafiker für den Stern. Seit dieser Zeit benutzt er den Künstlernamen Loriot. Von 1967 bis 1972 ist Loriot Autor und Hauptdarsteller der Fernsehsendung „CARTOON“, seine Moderation von einem Sofa aus wird bald zu einem eigenständigen humoristischen Element. Berühmt wurde auch Loriots Zusammenarbeit mit Evelyn Hamann, sowohl in seiner eigener Fernsehserie „Loriot“, als auch in seinen Filmen „Ödipussi“ und „Pappa ante Portas“.

Die Veranstaltung bildet den Abschluss der diesjährigen Vortragsreihe „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“, die von Prof. Tilman Allert konzipiert wurde. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellte damit an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für eine ganze Nation werden so auch die individuellen Voraussetzungen eines Künstlers wie Vicco von Bülow alias Loriot betrachtet. Der Berliner Regisseur Stefan Lukschy arbeitete schon während seines Studiums als Regieassistent und Co-Regisseur für Loriot. In seinem Vortrag der Frage nach, wie bei Loriot das Gespür für die Zwischenräume des sozialen Miteinanders entstanden ist.

„Sagen Sie jetzt bitte nichts“ – Loriot
Referent: Stefan Lukschy

am: Montag, 08. Juli 2013, um 19.30 Uhr / Eintritt frei
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Die Veranstaltung ist als Videoaufzeichnung auch über www.buerger.uni-frankfurt.de abrufbar.

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de