Stiftungsuniversität in Buchform gewürdigt

„Die neue Universität Frankfurt“: Prof. Rudolf Steinberg, ehemaliger Präsident der Goethe-Universität gibt Buch zur Erneuerung der Uni Frankfurt heraus

Veröffentlicht am: Dienstag, 04. Juni 2013, 10:06 Uhr (121)

FRANKFURT. Knapp fünf Jahre nach seinem Ausscheiden als Präsident der Goethe-Universität meldet sich Prof. Rudolf Steinberg mit einem von ihm herausgegebenen Buch unter dem Titel „Die neue Universität Frankfurt“ in der Öffentlichkeit zurück. Der Jurist für Öffentliches Recht beschreibt zusammen mit prominenten Weggefährten auf knapp 200 Seiten (Societäts-Verlag, ISBN 978-3-942921-53-4, 29,80 Euro) zwei der wesentlichen Veränderungen der Universität: zum einen die Errichtung der beiden neuen Campi im Westend für die Geistes- und Gesellschafts-wissenschaften sowie auf dem Riedberg für die Naturwissenschaften, zum anderen die Gründe und Hintergründe der 2008 erfolgten Rückumwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit weitgehender Autonomie. Beide Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass sich die Goethe-Universität heute in der Gruppe der besten Forschungsuniversitäten in Deutschland und der Welt findet.

Zu Wort kommen neben dem Herausgeber selbst sein Nachfolger im Amt des Universitätspräsidenten, Prof. Werner Müller-Esterl, der ehemalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch, die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie Peter Rost, bis 2012 Bevollmächtigter für die Standortneuordnung, der einen eindrucksvollen Überblick über die baulichen Entwicklungen der Universität seit ihrer Gründung gibt. Schließlich schildern die Architekten Ferdinand Heide und Christoph Mäckler die in Deutschland und Europa einmalige städtebauliche und gestalterische Herausforderung, mit dem Campus Westend gleichsam eine komplett neue Universität in Innenstadtnähe zu bauen. Zusammen mit dem Neubau des nahezu gesamten Campus Riedberg und der kompletten Erneuerung des Campus Niederrad sei hier inzwischen wirklich eine neue Universität entstanden, wie es der Buchtitel nahelegt.

 Herausgeber Rudolf Steinberg sieht im Rückblick die enormen Herausforderungen, unter dem das Großprojekt einer institutionellen und zugleich baulichen Erneuerung der Goethe-Universität während seiner Amtszeit 2000 bis 2008 stand: „Wir hatten einen sehr ehrgeizigen Plan. Es galt, die Vision einer neuen Goethe-Universität mit größtmöglicher Konsequenz in einem sehr eng bemessenen Zeitfenster zu realisieren. Wir wollten in unglaublich kurzer Zeit praktisch eine neue Universität bauen. Und wir wollten die Stiftungsuniversität realisieren, für das das Zeitfenster aufgrund verschiedener glücklicher Umstände nur zwischen Mitte 2006 und Ende 2008 offenstand. Dafür mussten vor allem die verschiedenen Gruppen innerhalb und außerhalb der Goethe-Universität von den mittel- und langfristigen Vorteilen einer Umwandlung überzeugt werden. „Kein Selbstläufer“, wie Steinberg heute bekennt. „Aber am Ende ist dies unter enormen Kraftanstrengungen, mit intensiver Kommunikation und dank der breiten Unterstützung aus Universität, Politik und Bürgerschaft eindrucksvoll gelungen. Das erkennt man nicht zuletzt an dem starken Votum des Senats, der ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung der geplanten Umwandlung im September 2007 zustimmte.  

Im Buch finden sich nicht nur lesenswerte Beiträge zu einem der wichtigsten Universitätserneuerungs-Projekte der deutschen Nachkriegsgeschichte, sondern auch Originalquellen und Dokumente, die historisch Interessierte ansprechen. Im Juni feiert Steinberg seinen 70. Geburtstag.  Bei der Feier auf dem Campus Westend werden viele der prominenten Buch-Autoren auch persönlich anwesend sein.