Gehört nicht auch Immobilität zur Moderne?

In der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften setzt sich Prof. Klaus Benesch mit gängigen Theorien der Moderne auseinander

Veröffentlicht am: Freitag, 17. Mai 2013, 11:13 Uhr (105)

FRANKFURT. „Cultural Immobility: Stillstand, Modernität, Denken“ lautet der Titel eines Vortrags, den der Münchner Professor für Nordamerikastudien Klaus Benesch am 22. Mai (Mittwoch) hält. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Moderne ist nicht ohne Mobilität zu denken, Immobilität gilt dagegen als antimodern, so vermitteln es nahezu alle Theorien der Moderne. Benesch wird in seinem Vortrag versuchen, diesen Befund zu relativieren und kulturelle Immobilität als einen gleichfalls zentralen geistesgeschichtlichen Diskurs der Moderne zu identifizieren, ohne den Modernität – im Sinne permanenter Veränderung und Bewegung – überhaupt nicht denkbar wäre.

Er wird dabei auf die gängigen Theorien zur „Mobilität“ aus unterschiedlichen Forschungsfeldern eingehen: Modernität erscheint philosophisch als hervorgegangen aus über die Jahrhunderte hinweg angesammelter Bewegungsenergie (Peter Sloterdijk), soziologisch als soziale Struktur und Organisationsform einer sich ständig im Fluss befindlichen Gesellschaft (Zygmunt Baumann) oder ästhetisch als Manifestation einer alle Lebensbereiche erfassenden Beschleunigung, deren tendenzielle Undarstellbarkeit die Künste fundamental verändert und vor neue Herausforderungen stellt (Enda Duffy).

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org