Die Regeneration des Herzens stimulieren

Gastvortrag von Prof. Eric Olson aus Texas an der Goethe-Universität

Veröffentlicht am: Freitag, 12. April 2013, 16:31 Uhr (072)

FRANKFURT. Das Herz neugeborener Mäuse kann sich nach Verletzung vollständig regenerieren. Diese Fähigkeit geht aber schon in den ersten Lebensmonaten wieder verloren. Prof. Eric N. Olson von der Universität Texas erforscht seit Jahren die Mechanismen, die diese Selbstheilungskräfte in den Zellen aktivieren. Sein Ziel ist es, Herz-Kreislaufkrankheiten beim Menschen zu heilen. Über den Stand der Forschung berichtet er in seinem Vortrag in englischer Sprache

am:     Dienstag, den 16. April 2013 um 18.15 Uhr
im:      Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 22-1.

Die äußeren Schichten des Organismus – Haut, Bronchienoberfläche und Darmzellen – bleiben durch ständige Regeneration intakt. Auch die Nerven an Armen und Beinen können sich nach Quetschungen einigermaßen erholen, Herzmuskelzellen dagegen kaum. Je tiefer die geschädigte Schicht im Körper liegt, desto schwächer ist ihre Fähigkeit zur Selbstheilung ausgeprägt. Doch zu Beginn des Lebens ist dies anders, wie die Arbeitsgruppe um Eric Olson herausgefunden hat. Sie entschlüsselte kürzlich Mechanismen im Herzen neugeborener Mäuse, die den Zellen eine vollständige Regeneration erlauben.

Von besonderer Bedeutung sind dabei kurze Gen-Schnipsel, microRNAs genannt, welche die Ausprägung bestimmter Gene kontrollieren. Die von Olson identifizierten microRNAs steuern die Regeneration und das Überleben von Muskelfasern sowie die Expression des wichtigen Muskeleiweiß Myosin. Mit Hilfe gezielter Gentherapien und Medikamenten versuchen die Forscher inzwischen, die Regeneration des Herzmuskels nach einem Infarkt gezielt zu stimulieren. Sie hoffen, ihre Erkenntnisse zukünftig auch auf andere Herzkreislauferkrankungen anwenden zu können.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe „Perspectives in Molecular Medicine, gesponsert von Sanofi-Aventis.

Informationen: Prof. Stefanie Dimmeler, Institut für Kardiovaskuläre Regeneration, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-7440, Dimmeler@em.uni-frankfurt.de