Genetische Störungen bei Krebs individuell therapieren

Gastvortrag von Prof. Paul Workman an der Goethe-Universität

Veröffentlicht am: Dienstag, 12. Februar 2013, 18:00 Uhr (041)

FRANKFURT. Prof. Paul Workman, Gründer des international renommierten Institute for Cancer Research in London, untersucht, wie man Krebsgene und ihre Mutationen individuell behandeln kann. Mit seinem preisgekrönten Forschungsteam entwickelte und testete er bereits ein Dutzend potentielle Krebsmedikamente. Ein vielversprechendes Präparat gegen Prostatakrebs wurde kürzlich von der europäischen sowie der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde zugelassen.  In seinem Vortrag in englischer Sprache

am: Donnerstag, dem 14. Februar 2013 um 18.15 Uhr
im: Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 22-2

erklärt er, wie mit Hilfe von genetischen Analysen und der Anwendung von Biomarkern wirksame und selektive Krebsmedikamente entwickelt werden können.

Eine häufige Ursache für die Entstehung von Krebs ist die Mutation von Krebsgenen, so genannten Onkogenen, die zu unkontrolliertem Zellwachstum führt. Gelingt es, die außer Kontrolle geratene Signalkaskade durch gezielte Blockade der betroffenen Gene zu unterbrechen, kann dem Tumorwachstum Einhalt geboten werden. Workman und seinem Team ist es gelungen, bestimmte, das Zellwachstum regulierende Gene zu identifizieren und wirksame Inhibitoren zu entwickeln. Einige zeigen erste Erfolge in klinischen Studien der Phase 1.

Da Krebs oft auf der Mutation mehrerer Gene und somit Fehlfunktion mehrerer Signalwege beruht, ist es wichtig, das komplette Genom eines betroffenen Patienten zu analysieren, um dann eventuell effektiver handeln zu können. Dieser als personalisierte Molekularmedizin bezeichnete Ansatz soll zukünftig das Leben von Krebspatienten entscheidend verbessern.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe Perspectives in Oncology, gesponsert von Merck-Serono.

Informationen: Prof. Hubert Serve und Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de