Kader Abdolah liest aus seinem Roman „Das Haus an der Moschee“

Eine öffentliche Veranstaltung des Lektorats Niederländisch auf dem Campus Westend

Veröffentlicht am: Freitag, 25. Januar 2013, 13:20 Uhr (022)

FRANKFURT. Seitdem sein Roman „Das Haus an der Moschee“ vom Niederländischen ins Deutsche übersetzt wurde, ist der 1954 im Iran geborene Schriftsteller Kader Abdolah auch für das deutsche Publikum kein Unbekannter mehr. Er avancierte inzwischen zu einem der wichtigsten modernen niederländischen Schriftsteller, dessen Werke in viele Sprachen übersetzt wurde. Jetzt kommt Abdolah zu einer Lesung an die Goethe-Universität: Am Donnerstag (31. Januar) um 19 Uhr trägt er auf Niederländisch aus diesem bekannten Roman vor, die deutsche Übersetzung übernimmt der Frankfurter Literaturwissenschaftler Prof. Robert Seidel. Die Veranstaltung findet auf Initiative des Lektorats Niederländisch des Fachbereichs Neuere Philologien auf dem Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhowerraum (Raum 1.314) statt, der Eintritt ist frei.

Abdolah kam 1988 als politischer Flüchtling in die Niederlande, wo der damals 34-jährige Journalist, Publizist und Naturwissenschaftler die niederländische Sprache lernen musste. Der Reiz seiner Werke: Abdolah führt den westlichen Leser behutsam, poetisch und graziös in die Jahrtausende alte persische Kultur und Welt ein, so dass man lesend den Eindruck bekommt, in einer persischen Variante des Niederländischen diese unbekannte Welt zu entdecken.

So ist „Das Haus an der Moschee“ ein in Iran spielender sehr persönlicher Generationenroman. Nach seiner Lektüre glaubt der Leser den Übergang einer archaischen Gesellschaft zu den modernen Ausschweifungen unter dem Schah-Regime, zu der Revolution von Khomeini bis zu den heutigen Bestrebungen im Iran, besser zu verstehen. „Das Haus an der Moschee“, inzwischen in über 20 Sprachen übersetzt, wurde im Jahre 2007 von den Niederländern zum zweitbesten Buch der niederländischen Literatur überhaupt gekürt.

Bereits 1993 erschien seine erste Veröffentlichung auf Niederländisch: die Erzählungen „De adelaars“ (Die Adler). Und Abdolah bekam prompt den Preis für das beste Debüt des Jahres. Seitdem erschienen von ihm mindestens 16 neue Titel, die fast alle vom Publikum gut aufgenommen und oft preisgekrönt wurden.

Im Jahre 2000 erhielt Abdolah den Orden „Ritter in de Orde van de Nederlandse Leeuw“ für seine Verdienste nicht nur auf dem Gebiet der Literatur, sondern auch der Völkerverständigung. In dem Jahr erschien auch sein Buch „Spijkerschrift“, das drei Jahre später unter dem Titel „Die geheime Schrift” auch auf Deutsch vorlag. Im Jahre 2008 veröffentlichte er seine eigene gemäßigte literarische Übersetzung des Korans und ein Buch über Mohammed, das 2009 auf Deutsch unter dem Titel „Mohammad, der Prophet“ erschien.

Mit dieser Lesung schließt das Lektorat Niederländisch sein viel beachtetes Programm in diesem Wintersemester ab. Eine Fortsetzung im Sommersemester ist bereits in Planung.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de, www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Niederlaendische_Sprache_Literatur_Kultur/index.html