Nazi-Schülerzeitschrift indoktrinierte Generation

Forschungsstelle „NS-Pädagogik“ stellt Buch vor zur Nazi-Schülerzeitschrift „Hilf mit“. 24. Januar, 16.00 Uhr, Casino Westend

Veröffentlicht am: Donnerstag, 17. Januar 2013, 16:10 Uhr (012)

FRANKFURT. Jeweils über 5 Millionen Exemplare der illustrierten Zeitschrift „Hilf mit“ wurden Monat für Monat vom NS-Lehrerbund als Herausgeber an die Schülerschaft verteilt. So wurde eine ganze Generation sozialisiert und geprägt: Die HJ-Generation von Martin Walser, Günter Grass, Helmut Schmidt und Papst Benedikt XVI (Joseph Ratzinger), so die Ausgangsthese dieser Studie. In einem Forschungsprojekt der Goethe-Universität mit Unterstützung der DFG wurden nun für Bibliotheken sämtliche Ausgaben von Oktober 1933 bis September 1944 (ca. 3000 Seiten) für die wissenschaftliche Aufarbeitung reproduziert und analysiert.

Erste Ergebnisse dieser Analyse: Nicht plumpe Propaganda, sondern professionell gemachte Indoktrination lässt sich feststellen: 2/3 des Materials beschwören eine herrliche Idylle von gesunden deutschen Mädchen und Jungen, Mutter und Kind, Weihnachtsbaum und kleinen Igeln. Idylle und Spießer-Ideologie. Wohl dosiert und im geringen Umfang gab es zudem auch primitive Propaganda für NS-Führer und NS-Organisationen mit ihren Symbolen.
Mit pervertiertem reformpädagogischen Geschick werden die Jugendlichen zum „forschenden Lernen“ mit antisemitischen Inhalten aufgefordert.

Die Forschungsstelle „NS-Pädagogik“ im Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität lädt ein zur Buchvorstellung und Diskussion am

Donnerstag, den 24. Januar 2013, 16.00 Uhr, Casino-Westend / Raum 1.802.

  • Begrüßung: Prof. Dr. Tanja Brühl (Vizepräsidentin der Goethe-Universität)
  • Zur Einführung: NS-Moral?: Prof. Dr. Werner Konitzer, (Fritz Bauer Institut)
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Rassismus und Antisemitismus: Prof. Dr. Micha Brumlik (Forschungsstelle „NS-Pädagogik“)
  • Zur Nazi-Schülerzeitschrift „Hilf mit!“: Deutsche Idylle, Rassismus und Antisemitismus: apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer (Forschungsstelle „NS-Pädagogik“)

Weitere Informationen: apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer, Forschungsstelle „NS-Pädagogik“, Fachbereich Erziehungswissenschaften - Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Tel. (069) 798-22091, BOrtmeyer@t-online.de