Doppelerfolg beim Hessischen Lehrpreis

Innovative Lehr-Projekte der Goethe-Universität überzeugen Jury

Veröffentlicht am: Mittwoch, 19. Dezember 2012, 15:16 Uhr (304)

FRANKFURT. Zwei von insgesamt sechs Preisen des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre gehen 2012 an die Goethe-Universität:  Die Preisgelder in einer Gesamthöhe von 55.000 Euro verteilen sich auf die Studiengruppe „Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik, Bildgebrauch“ mit Studiengalerie 1.357 unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Jussen, Dr. Henning Engelke sowie Dr. Martin Engler aus dem Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften (40.000 Euro). Das studentische Organisationskomitee der Night of Science – Wissenschaft ganz anders unter Leitung von Juliette Halli und Thomas Halbritter der Fachbereiche Geowissenschaften/Geographie; Informatik und Mathematik; Physik; Biochemie, Chemie und Pharmazie; Biowissenschaften; Psychologie und Sportwissenschaften kann sich über 15.000 Euro Preisgeld freuen. Das Projekt der Studiengruppe  belegte im Wettbewerb den 3. Platz, die Night of Science erhielt einen Sonderpreis der Jury.

93 Anträge, unter denen die Jury auszuwählen hatte, unterstrichen die große Attraktivität des Preises für Hochschulen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrende sowie Studierende: „Die Vorschläge dokumentieren einmal mehr, welch hohen Stellenwert die Lehre an hessischen Hochschulen einnimmt“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Preisverleihung am 18.12. in Wiesbaden. Der Preis zeichnet zukunftsweisende Lehrkonzepte in verschiedenen Kategorien aus.

Der an der Goethe-Universität für die Lehre zuständige Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz sagte, die Preise belegten „die hohe Innovationskraft der Goethe-Universität im Bereich der Lehre“. Beide ausgezeichneten Projekte hätten „Vorbildcharakter“ für eine zukunftsweisende Lehre und zeugten „von hohem Engagement der Studierenden und Lehrenden an der Goethe-Universität“.

Hintergründe zum Projekt Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik, Bildgebrauch:

Als Reaktion auf die Praxisferne der Geisteswissenschaften und die neuen Bedürfnisse von Masterstudiengängen, in denen Studierende und Forschende unterschiedlicher Spezialisierungen und Fachrichtungen zusammenkommen, wurde das neue Lehrformat der Studiengruppe entwickelt, um das systematische, längerfristige Bearbeiten und Weiterentwickeln eines Themas praxisnah zu realisieren. Die Studiengruppe „Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik, Bildgebrauch“ mit der Studiengalerie 1.357 ist Pilotprojekt für dieses neue Studienformat und existiert seit Anfang 2010 in Frankfurt. Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Lehrende aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und außeruniversitären Institutionen erarbeiten semesterübergreifend Ausstellungen. Für die im denkmalgeschützten I.G.-Farben-Haus auf dem Campus Westend eingerichtete Studiengalerie konnte das Städel Museum als Partner gewonnen werden.

Hintergründe zum Projekt Night of Science:

Bereits 2006 haben die naturwissenschaftlichen Fachschaften der Goethe-Universität gemeinsam die „Night of Science – Wissenschaft ganz anders“ ins Leben gerufen. Ziel ist, die oft eher stiefmütterlich behandelten Naturwissenschaften sowohl interessierten Schülerinnen und Schülern, Studierenden anderer Fachrichtungen als auch der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Lehrenden werden bis in die frühen Morgenstunden in über 50 Vorträgen neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt, alltägliche Phänomene erklärt und spektakuläre Experimente gezeigt. Es gelingt, die oft abstrakt wahrgenommene Forschung alltagsnah zu vermitteln. Alle Vorträge werden so gestaltet, dass sich jeder auch ohne Vorkenntnisse in die jeweilige Thematik einfinden kann. Der Besuch von sonst nicht zugänglichen Laboratorien und Anlagen wie Teilchenbeschleunigern ist möglich.