Vater der „knock-out-Maus“ in Frankfurt

Vortrag von Klaus Rajewsky zu genetischen Ursachen der Leukämie

Veröffentlicht am: Donnerstag, 06. Dezember 2012, 13:44 Uhr (293)

FRANKFURT. Blutkrebs entsteht, wenn die weißen Blutkörperchen – ein Teil des Immunsystems – entarten und sich unkontrolliert vermehren. Der in Frankfurt geborene Immunologe Prof. Klaus Rajewsky hat sich in seinem nunmehr 48jährigen Forscherleben besonders mit den genetischen Ursachen beschäftigt. Um die Entwicklung von speziellen weißen Blutkörperchen, den B-Lymphozyten, im Körper verfolgen zu können, entwickelte er Mausmodelle, die inzwischen weltweit im Einsatz sind. In seinem Vortrag an der Goethe-Universität am Montag, den 10. Dezember erklärt er, wie genetisch maßgeschneiderte Mausmodelle neue Therapieansätze für Lymphome ermöglichen. Das sind verschiedene Arten des Blutkrebses, die von Lymphozyten ausgehen.

Wann? Montag, 10. Dezember, 18:15 Uhr
Wo?Klinikum der Goethe-Universität, Hörsaal-Gebäude 22-1

In den von Rajewsky entwickelte Mausmodellen, können gewebespezifisch Gene aus- und eingeschaltet werden (knock-out oder knock in). Mit Hilfe dieser und anderer Techniken ist es ihm gelungen, B-Zellen als Ursprungszellen des bösartigen Hodgkin-Lymphoms (Lymphdrüsenkrebs) zu identifizieren. Dabei studierte er in Mäusen die Entstehung bösartiger Lymphome und hofft, dass sich die so gewonnenen Erkenntnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Für seine Forschungen wurde Klaus Rajewsky mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem 2009 mit der Max-Delbrück-Medaille, 1997 mit dem Körber-Preis für Europäische Wissenschaft sowie1996 mit dem Max-Planck-Forschungspreis und dem Robert-Koch-Preis.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Insitut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de.