Jan Assmann über festliche Dinge im Alten Ägypten

Der renommierte Kulturwissenschaftler spricht im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Veröffentlicht am: Dienstag, 04. Dezember 2012, 14:26 Uhr (289)

FRANKFURT. Über festliche Dinge im Alten Ägypten spricht der Ägyptologe und Kulturphilosoph, Prof. Dr. Jan Assmann, am Donnerstag (13. Dezember um 18.15 Uhr) in der öffentlichen Vortragsreihe „Vom Eigensinn der Dinge“, die im Wintersemester im Rahmen der Deutsche Bank-Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ vom Graduiertenkolleg „Wert und Äquivalent“ veranstaltet wird. Moderieren wird den Vortrag, der im Hörsaalzentrum, Campus Westend (HZ 5) stattfindet, Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, Sprecher des  Graduiertenkollegs.

Mit Jan Assmann haben die Organisatoren der Reihe einen der international renommiertesten Kulturwissenschaftler gewinnen können. Er hat mit den Studien über das kulturelle Gedächtnis, die er gemeinsam mit seiner Frau, Prof. Dr. Aleida Assmann, betreibt, wichtige Grundlagen für die Verknüpfung von Dingen und Wissen gelegt. Denkmäler, Bilder, Texte oder auch Riten stehen nach Assmann für die Erzeugung und Bestätigung einer gemeinsamen Erinnerung an die Geschichte.  Ohne materielle Spuren gibt es keine Tradierung von Kultur.

Normalerweise besteht der Sinn der Dinge in ihrer Funktion, die in der Regel an ihrer Form ablesbar ist. Ausnahmsweise aber entwickeln Dinge auch mit dieser Funktion assoziativ verbundene oder auch ganz andere Bedeutungen, die sich in besonderen Arten von Dekoration oder formaler Gestaltung ausdrücken können. Beispiele solchen „Eigensinns“ finden sich bei Dingen aus dem Alten Ägypten, die aus dem Kontext des „Schönen Tages“ stammen, eines häuslichen Fests, zu dem man Gäste einlud und sich schön machte. Jan Assmann geht den spezifischen Assoziationen nach, die in der speziellen Form und Dekoration von Objekten zum Ausdruck kommen und die mit dieser Sphäre zusammenhängen.

Jan Assmann lebt heute in Konstanz und Heidelberg, an der dortigen Universität hatte er bis zu seiner Emeritierung 2003 den Lehrstuhl für Ägyptologie inne. Es folgte eine Honorarprofessur für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz, die er bis heute ausübt. Neben seinen vielen Mitgliedschaften in internationalen Akademien, Gesellschaften und Instituten ist er auch Mitglied im Kuratorium des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität. Assmann wurde mit zahlreichen Ehrendoktorwürden und verschiedenen hochdotierten Wissenschaftspreisen ausgezeichnet.

Die Veranstaltungsreihe wurde von Ethnologen und Archäologen des Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent“  gemeinsam  konzipiert und organisiert haben; 26 Doktoranden aus verschiedenen Ländern werden in diesem Kolleg betreut. Die Reihe, die bis zum Februar läuft, geht den überraschenden Zusammenhängen nach, die sich aus dem „Eigensinn der Dinge“ ergeben. Die Vorträge zeigen, wie wenig die bislang vorgestellten Ordnungen der Dinge ausreichend sind, um die Welt des Materiellen zu verstehen. Der Eigensinn der Dinge wird dabei sowohl als Phänomen einzelner herausragender Objekte wie auch als Frage des Verstehens materieller Kultur insgesamt und damit nach der „conditio humana“ behandelt.

Informationen: Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Institut für Ethnologie, Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, 069-798 32293, value@em.uni-frankfurt.de, www.value-and-equivalence.de