Doktorandenschule für Arzneimittelforschung eröffnet

Im Fokus: Multiple Sklerose, Schmerz, Autoimmunerkrankungen und Diabetes/Kooperation mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Veröffentlicht am: Donnerstag, 15. November 2012, 11:30 Uhr (264)

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat heute mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung die Doktorandenschule „Translational Research Innovation – Pharma“ (TRIP) eröffnet. Künftig werden jeweils vier bis acht begabte Nachwuchsforscher und -forscherinnen als Stipendiaten ein Thema aus den Gebieten Multiple Sklerose, Schmerz, Autoimmunerkrankungen oder Diabetes mellitus bearbeiten. An allen vier Indikationsgebieten besteht ein hohes medizinisches Interesse. Gleichzeitig werden mithilfe eines innovativen Ausbildungskonzepts exzellent ausgebildete Nachwuchskräfte für das geplante „House of Pharma“ herangezogen.

Die Graduiertenschule ist an die Goethe-Universität angebunden, die als einzige deutsche Universität die Arzneimittelforschung als universitären Forschungsschwerpunkt ausweist. Beteiligt sind Ärzte, Biochemiker, Bioinformatiker, Biologen, Chemiker, Pharmakologen und Pharmazeuten. „Damit wird die Doktorandenschule zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen der universitären Forschung und der durch die LOEWE-Initiative geförderten Fraunhofer-Projektgruppe für Translationale Medizin und Pharmakologie“, sagt Prof. Gerd Geisslinger, Sprecher des TRIP. „Von dem Praxisbezug profitiert nicht nur die Grundlagenforschung, sondern auch die regionale pharmazeutische Industrie“, betont Dr. Anna Eichhorn, stellvertretende Vorsitzende der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V.

TRIP vermittelt fundamentale Einblicke in die biomedizinische Forschung und ein fächerübergreifendes Methodenverständnis. „Die Promotionsprojekte umfassen alle Formen der Erforschung von Ursachen, Entstehung und Verlauf von Krankheiten sowie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrer Prävention, Erkennung und Behandlung“, so Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstand der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Beispielsweise charakterisieren die Projekte zur Schmerzforschung die individuelle Reaktion auf Schmerzen. Ausgehend von Genom-weiten Untersuchungen an Schmerzpatienten sollen neue Zielstrukturen identifiziert und deren Bedeutung bei der Verarbeitung von Schmerzen untersucht werden.

Das TRIP wird zu einer wesentlichen Säule des geplanten „House of Pharma“ mit dem Ziel, die Rhein-Main-Region als Kompetenzcluster der Pharmaforschung in Deutschland weiter zu profilieren. Die zweite tragende Säule ist die mit acht Millionen Euro von der Loewe-Initiative des Landes Hessen geförderte Fraunhofer-Projektgruppe zur Translationalen Medizin und Pharmakologie, die künftig in ein eigenständiges Fraunhofer-Institut überführt werden soll“, erklärt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität. Weitere Beiträge zur Stärkung der Pharmaforschung leisten bereits die Fachbereiche Biochemie, Chemie, Pharmazie und Medizin der Goethe-Universität sowie das FIRST-Programm, das Hans Kröner-Graduiertenkolleg und das Zentrum für Arzneimittelforschung, -entwicklung und -sicherheit (ZAFES).

Informationen:
Prof. Dr. Dr. Gerd Geisslinger, Institut für Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum, Tel.: (069) 6301-7619, geisslinger@em.uni-frankfurt.de. Dr. Susanne Schultz-Hector, Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Postfach 1852, 61352 Bad Homburg Tel.: (06172) 897510, kontakt@ekfs.de.