Hilft Meditation bei der Behandlung chronischer Depression?

Verhaltenstherapie-Ambulanz sucht Patienten mit chronischer Depression für eine wissenschaftliche Studie

Veröffentlicht am: Mittwoch, 31. Oktober 2012, 09:17 Uhr (243)

FRANKFURT. Depressive Störungen gehören zu den Hauptursachen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und sind eine der häufigsten psychischen Störungen. Viele Betroffene leiden über Jahre hinweg an einer chronischen Depression. Unter einer chronischen Depression versteht man, dass sich Betroffene über mindestens zwei Jahre durchgängig an mehr als der Hälfte der Tage niedergeschlagen oder antriebslos fühlen. Dazu können häufig Schlaf- und Konzentrationsstörungen, aber auch Gefühle der Hoffnungs- oder Wertlosigkeit auftreten. Trotz psychotherapeutischer und medikamentöser Therapie können die Symptome in einigen Fällen nicht ausreichend gelindert werden.

Um Patienten mit dieser überdauernden Form der Depression besser zu versorgen, führen Psychologen unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Stangier in der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe Universität ab Frühjahr 2013 eine Therapiestudie durch. Grundlage der Behandlung ist die Achtsamkeits-Meditation. Hierbei erlernen die Teilnehmer  gegenwärtigen Empfindungen mit nicht-wertender Aufmerksamkeit entgegenzutreten, was gerade bei Depressionen hilfreich sein kann, da Betroffene häufig starke Grübeltendenzen von sich kennen, die sich negativ auf ihr Befinden auswirken. In anderen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass sich depressive Symptome durch achtsamkeitsbasierte Therapien deutlich reduzieren lassen. In der geplanten Studie sollen diese Prinzipien durch Methoden erweitert werden, die eine positivere Selbstsicht fördern, da Betroffene oft zu Selbstabwertung neigen.

Für diese Therapiestudie suchen die Frankfurter Psychologen ab sofort Betroffene, die seit mindestens zwei Jahren unter einer chronischen Depression leiden und Interesse haben, an diesem achtwöchigen Gruppentherapie-Programm teilzunehmen. Der eigentlichen Behandlung geht eine ausführliche Diagnostik voraus.

Informationen: Dipl.-Psych. Johannes Graser oder Dipl.-Psych. Charlotte Weßlau, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Kontaktaufnahme per Email an meditationsstudie@gmail.com oder auf den Anrufbeantworter mit umgehendem Rückruf. Tel.: (069) 798 – 25107.