Maori-Kultur im Kampf um Selbstbehauptung

Buchausstellung zum Ehrengast der Buchmesse in der Universitätsbibliothek Frankfurt

Veröffentlicht am: Donnerstag, 27. September 2012, 15:27 Uhr (212)

FRANKFURT. Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt präsentiert in der Zentralbibliothek in Bockenheim vom 1.10.2012 bis zum 31.12.2012 ihre Buchbestände zur Maori-Kultur im Kampf um Selbstbehauptung. Neuseeland, das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse, ist nicht nur ein traumhaftes Urlaubsziel, sondern auch geprägt von Bemühungen um die Aussöhnung mit der eigenen spannenden und leider auch gewaltsamen Geschichte.

Bildbände zu Neuseeland betonen das touristische und viele Romane das imaginäre Paradies. Die südlichen Alpen durchziehen die Südinsel Neuseelands der Länge nach und wecken Assoziationen an eine „Schweiz am anderen Ende der Welt“ — so lautet schon ein Titel von François Jeanneret im Mondo-Verlag Lausanne aus dem Jahr 1977. Nach einem landeskundlichen Überblick geht es in der kleinen Ausstellung unter dem Titel „Neuseeland – umkämpftes Paradies am anderen Ende der Welt“ um die Geschichte und Kultur der Maori.

Die 1901 von Alfred Augustus Grace erzählten „Tales of a dying race” bewahrheiteten sich zum Glück nie. Im Kampf gegen die britische Herrschaft und durch beharrliches Einsetzen etwa für eine eigene Sprache etablierte sich die Maori-Kultur und blieb bis heute äußerst lebendig. Tanz, Literatur und Mythen werden stolz gepflegt und geben den Maori ein neues Selbstbewusstsein.

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg betreut das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sondersammelgebiet „Ozeanien“ mit nationalem Versorgungsauftrag und sammelt speziell die Literatur zu den Maori in Neuseeland sehr umfassend. Während der Buchmesse (10.-14.10.2012) ist die Universitätsbibliothek in der Halle 4.2. am Stand P 438 vertreten und am 11.10. wird dort um 14:00 Uhr ein Vortrag „New Zealand and Beyond – Accessing the Book World of Oceania in Europe“ angeboten.

Bilder zum Download: hier.

Bildtexte:

1) Wehrhafter Maori-Häuptling, Frontispiz aus Ferdinand von Hochstetter: Neu-Seeland, Stuttgart 1863.

2) Einband der „Tales of a dying race“ (Alfred Augustus Grace, London 1901), die sich zum Glück nicht bewahrheitet haben.

3) Maori-Kopf als Buchschmuck in Richard A. McKay (Ed.): A history of printing in New Zealand: 1830 - 1940. - Wellington 1940, Preface o.S.

Informationen: Dr. Hartmut Bergenthum, Leitung DFG-Sondersammelgebiet Ozeanien, Tel.: 069-798-39246, h.bergenthum@ub.uni-frankfurt.de