Was bedeutet uns der Medaillenspiegel?

Leserbefragung im Rahmen einer Studie des Instituts für Sportwissenschaften der Goethe-Universität

Veröffentlicht am: Dienstag, 24. Juli 2012, 12:22 Uhr (163)

FRANKFURT. Die Fußball-Euphorie ist kaum verklungen, schon steht das nächste sportliche Großereignis bevor: Ab dem 28. Juli geht es in London um olympische Medaillen, und wieder werden Millionen von Deutschen die Wettkämpfe ihrer Sportlerinnen und Sportlern verfolgen. Das Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität und das Europäische Institut für Sozioökonomie e.V. führen aus diesem Anlass eine Online-Befragung durch, in der die Einstellungen der Bevölkerung zur Bedeutung des Medaillenspiegels, zur staatlichen Förderung der Athletinnen und Athleten, aber auch zu Doping und anderen Problemen des Leistungssports erhoben werden.

Wie kein anderer Bereich scheint der Sport eine Gelegenheit zu bieten, sich mit dem eigenen Land zu identifizieren und so vielleicht auch sozialen Zusammenhalt stiften zu können - zumindest erhofft sich dies die Politik. Sie erwartet von den olympischen Vertreterinnen und Vertretern des Landes, durch ihre Leistungen das Wir-Gefühl zuhause zu stärken, aber auch ein positives Bild der Bundesrepublik im Ausland zu vermitteln und eine Vorbildfunktion, insbesondere für die jüngere Bevölkerung, zu erfüllen.

Mit diesen Zielen wird begründet, dass der Staat jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag an Fördergeldern für den Leistungssport aufwendet. Entsprechend werden sportpolitische Strategien entworfen, wie mit dem gegebenen Budget der maximale Medaillenertrag zu erzielen ist. Aber lässt sich mit diesem Ziel auch noch der Anspruch vereinbaren, dass der olympische Sport auch sauber, fair und vorbildlich sein soll? Oder bewirkt man, wie Kritiker meinen, gerade das Gegenteil: dopende, rücksichtslose, professionelle Staats-Sportler, mit denen man sich nicht mehr identifizieren kann?

Zu diesen Fragen führen das Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität, Frankfurt/Main, und das Europäische Institut für Sozioökonomie e.V., Saarbrücken, eine wissenschaftliche Untersuchung durch. Alle Leserinnen und Leser sind herzlich eingeladen, durch ihre Teilnahme die Untersuchung zu unterstützen. Die Daten werden ausschließlich zum Forschungszweck der Studie verwendet und selbstverständlich vertraulich behandelt. Die Befragung findet man unter www.soscisurvey.de/medaillenspiegel.

Informationen: Dr. Jan Haut, Institut für Sportwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Ginnheimer Landstr. 39, 60487 Frankfurt, Tel. (069) 798- 24563, haut@sport.uni-frankfurt.de