Goethe-Universität mit neuem Kanzler

Mit Holger Gottschalk hat ein ausgewiesener Finanzexperte das Amt des Kanzlers übernommen

Veröffentlicht am: Dienstag, 17. Juli 2012, 16:21 Uhr (160)

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen neuen Kanzler. Holger Gottschalk hat zum 1. Juli das Amt des obersten Verwaltungschefs angetreten. Die Aufgaben sind dem Diplomkaufmann wohl vertraut. Denn bereits seit einem Jahr ist er dafür als ständiger Vertreter des Kanzlers gemeinsam mit dem Vizepräsidenten Prof. Rainer Klump zuständig. Aber auch darüber hinaus ist Gottschalk an der Goethe-Universität längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. So trat er vor mehr als zehn Jahren in die Verwaltung ein; zunächst als Controller, später als Koordinator Rechnungswesen und dann als Leiter der Finanzen.

Der Kanzler ist Mitglied des Präsidiums und leitet nach dessen Richtlinien die Hochschulverwaltung; er ist somit für Finanz-, Personal- und Rechtsangelegenheiten und die Studierendenadministration der Universität zuständig. An der autonomen Stiftungsuniversität, die über mehr Rechte als herkömmlich staatliche Hochschulen in Hessen verfügt, ist der Kanzler zudem Beauftragter sowohl für den Haushalt als auch für Tarifangelegenheiten und verantwortlich für das Liegenschafts- und Vermögensmanagement nach den Richtlinien des Präsidiums.

Aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren war Gottschalk als bester Kandidat hervorgegangen. Der Präsident der Goethe-Universität, Professor Werner Müller-Esterl, holte daraufhin das Votum bei Senat und Hochschulrat ein; beide Gremien folgten seinem Vorschlag. „Mit Herrn Gottschalk ist ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann und echter Kenner der Goethe-Universität zum Kanzler bestellt worden. Nun gilt es, gemeinsam die großen Aufgaben anzupacken. Dazu wünsche ich ihm viel Glück und eine sichere Hand!“

“Das Amt bedeutet eine große Verantwortung für die Universität als Ganzes. Diese nehme ich gerne an und freue mich, die Entwicklung der Goethe-Universität unterstützen und gestalten zu können“, sagte Gottschalk, der an der Goethe-Universität auch studiert hat. Der neue Kanzler steht für ein modernes und effizientes Hochschulmanagement. „Das bedeutet als Verwaltung Instrumente für die Steuerung der Hochschule sowie passgenauen Service für Wissenschaftler, Fachbereiche und Studierende anzubieten“, erläutert Gottschalk. Schwerpunkte will Gottschalk er auch bei der Attraktivität der Goethe-Universität als Arbeitgeber setzen: „Dazu gehören beispielsweise Familienfreundlichkeit und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten.“ Nur mit zufriedenen Mitarbeitern könne die Universität Bestes in Forschung und Lehre leisten.

Die Goethe-Universität sei in den letzten zehn Jahren zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands aufgestiegen und verfüge über ein sehr hohes Drittmittelvolumen. „Darauf können wir sehr stolz sein“, so Gottschalk. Eine große Herausforderung sieht er in dem Studierendenzuwachs der nächsten Jahre und betont: „Hier haben wir die Verpflichtung, jungen Menschen trotz teils schwieriger Bedingungen gute Studienbedingungen zu bieten.“ Für die kommenden Jahre rechnet Gottschalk mit knapper werdenden öffentlichen Mitteln. „Wir müssen daher sparsam und strategisch klug mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Zusätzlich zur Reduzierung von Kosten setzen wir auf eine Verbreiterung der Einnahmenbasis etwa durch das Einwerben privater Stiftungsmittel“, erklärt er und bekräftigt die Bedeutung konsolidierter Finanzen. Strategische Ziele und finanzieller Rahmen müssten, so Gottschalk, in Einklang gebracht werden; dies bedeute auch, Schwerpunkte in Forschung und Lehre zu hinterfragen. Ein Weg den man zusammen mit den Fachbereichen gehen werde. Um gemeinsame Wege geht es ihm auch in der Beziehung zwischen der Universität und der Stadt Frankfurt sowie der Region. „Es ist wichtig, dass wir als Universität gesellschaftliche Themen aufgreifen und etwas an die Bürger zurückgeben.“

Das komplette Interview mit Holger Gottschalk im UniReport kann hier nachgelesen werden (PDF-Download).

Kurz-Vita Holger Gottschalk:

  • Seit Juli 2012 Kanzler der Goethe-Universität
  • 2011 bis 2012 ständiger Vertreter des Kanzlers
  • 2007 bis 2011 Leiter Finanzen
  • 2005 bis 2007 Koordinator Rechungswesen
  • 2004 bis 2005 Stellvertretender Leiter Controlling
  • 2001 bis 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Goethe-Universität
  • 1994 bis 2001 Studium BWL an der Goethe-Universität
  • Geboren Kelkheim/Taunus 1970

Weitere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn,  Leiter Marketing und Kommunikation, Tel. (69) 798-23935, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de, www.muk.uni-frankfurt.de