Immigration und Erinnerungsarbeit zum Holocaust

Zwei amerikanische Wissenschaftler halten öffentlichen Vortrag im Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

Veröffentlicht am: Freitag, 08. Juni 2012, 13:41 Uhr (127)


FRANKFURT. Welchen Anteil haben Immigranten an der Erinnerungsarbeit zum Holocaust und Nationalsozialismus geleistet? Dieser Frage gehen Michael Rothberg, Professor of English and Conrad Humanities Scholar an der University of Illinois, und Yasemin Yildiz, Assistant Professor of German an der University of Illinois at Urbana-Champaign, in einem öffentlichen Vortrag nach. Die beiden Wissenschaftler sprechen auf Einladung des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität:

am: Mittwoch (13. Juni) um 18 Uhr
Ort: IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend, Grüneburgplatz 1
Thema: “
What Does Coming to Terms with the Past Mean (in an Immigration Society)? Turkish/ German Vergangenheitsbewältigung”.

Im selben Zeitraum, in dem sich in der westdeutschen Öffentlichkeit langsam ein Gefühl der Verantwortung für den Holocaust entwickelte, fand durch Arbeitsimmigration eine demographische Transformation der westdeutschen Gesellschaft statt. Entgegen der verbreiteten Ansicht, dass die Immigranten, insbesondere Muslime, kein Interesse an der deutschen Vergangenheitsbewältigung oder an der Ausbildung einer gemeinsamen Erinnerungskultur über den Holocaust zeigten, dieser gar feindlich entgegenstanden, erläutern Rothberg und Yildiz, die mit deutsch-türkischem Hintergrund in Hamburg studiert hat, wie sich die Immigranten an dieser Erinnerungsarbeit beteiligt haben. So ergeben sich nicht nur neue Ansätze für den Umgang mit dem traumatischen Erbe des Holocaust in Deutschland, sondern auch mit Genoziden an anderen Orten der Welt.

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org