Aus- und Weiterbildung in Migrantenunternehmen: Wie können Potenziale besser genutzt werden?

Jeder fünfte Selbständige in Hessen hat einen Migrationshintergrund – Workshop mit Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis

Veröffentlicht am: Mittwoch, 16. Mai 2012, 14:21 Uhr (108)

FRANKFURT. Fast jeder fünfte Selbständige in Hessen hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Das sind rund 61.000 Unternehmer – Tendenz steigend. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung, erhöhen die Zahl der Ausbildungsplätze und bieten vor allem auch anderen Migranten eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung wird von Unternehmern mit Migrationshintergrund allerdings bisher deutlich seltener genutzt als vom Durchschnitt der Unternehmen. Dies belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), die durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert wird.

Im vergangenen Jahr befragte das der Goethe-Universität angegliederte Zentrum rund 1.700 hessische Unternehmer mit Migrationshintergrund. Im Mittelpunkt stand, ob und wie sie Aus- und Weiterbildung für ihre Mitarbeiter anbieten, welchen Bedarf sie sehen und wo die hemmenden Faktoren auszumachen sind. Erste Ergebnisse zeigen, dass insbesondere in der Schaffung transparenter Beratungs- und Förderstrukturen eine bedeutende Herausforderung liegt.

In einem Workshop am 22. Mai (Dienstag) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stellt das IWAK die aktuellen Ergebnisse dieser Studie vor. Außerdem soll mit Akteuren der Aus- und Weiterbildung sowie interessierten Unternehmern, Unternehmer- und Migrantenverbänden in Hessen über das Thema diskutiert werden. Gemeinsam sollen Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die insbesondere an der Identifikation und Verbesserung der Schnittstelle zwischen Politik und Praxis ansetzen sollen. Die Handlungsempfehlungen werden voraussichtlich im Herbst 2012 im Rahmen der weiteren Studie veröffentlicht.

Informationen: Vera Neisen, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-23952, v.neisen@em.uni-frankfurt.de

Programm und Anmeldung unter www.iwak-frankfurt.de/documents/ Programm08112011.pdf; Projektinformation unter www.iwak-frankfurt.de/projansprech/Migrantenunternehmen.htm