Carolinum gewinnt tragfähige Zukunftsperspektive

Land, Universität und Stiftung einigen sich auf Übergang der Frankfurter Zahnmedizin als gemeinnützige GmbH an die Goethe-Universität

Veröffentlicht am: Mittwoch, 14. März 2012, 14:27 Uhr (063)

FRANKFURT. Die Zahnmedizin an der Goethe-Universität gewinnt eine tragfähige Zukunftsperspektive. Basis dafür ist eine zwischen der „Freiherr Carl von Rothschild'schen Stiftung Carolinum“, der Universität und dem Land Hessen in intensiven Verhandlungen erzielte Vereinbarung. Diese wurde jetzt von allen Beteiligten unterzeichnet.  Damit wird das seit 1890 bestehende und seit 1915 in Lehre und Forschung der Goethe-Universität integrierte „Zahnärztliche Universitätsinstitut der Stiftung Carolinum“ dauerhaft in eine neue Trägerschaft der Goethe-Universität überführt. Für die rund 200 Beschäftigten entsteht damit Planungssicherheit. Eine Betriebsversammlung, bei der umfassend über den Übergang aufgeklärt werden soll, ist in Vorbereitung.

In Zukunft liegt die Trägerschaft nicht mehr bei der Stiftung Carolinum, sondern bei einer gemeinnützigen GmbH in Regie der Universität. Finanziell und organisatorisch sind damit die Universität und der Fachbereich Medizin umfassend verantwortlich für die Hochschulzahnmedizin in Frankfurt.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl zeigte sich erleichtert über die gefundene Einigung: „Das ist ein guter Tag für die Zahnmedizin. Mit der Vertragsunterzeichnung beginnt eine neue Ära für die Zahnmedizin. Wir danken der Stiftung für ihr fast hundertjähriges Engagement für die Universität. Damit ist es gelungen, den Stiftungsgedanken aus der Gründungszeit bis in die heutige Phase der neuen Stiftungsuniversität hinüberzutragen. Die Beibehaltung des guten Namens „Carolinum“ soll auch hieran erinnern.“ Unübersehbar sei jedoch auch gewesen, dass die heutigen Herausforderungen – seien es die baulichen Aufgaben oder die erforderlichen Etatmittel – ein neues Konzept erforderten, so Müller-Esterl.

Prof. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, kommentierte die Einigung mit folgenden Worten: „Diese Vereinbarung gibt der traditionsreichen Frankfurter Zahnmedizin eine verlässliche Perspektive. Die Zahnmedizin war und ist aus Sicht der Universitätsleitung ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Lehre und Forschung an der Goethe-Universität. Mit dem Übergang wird sich der Grad der Integration in die Universität weiter steigern. Die Universität und der Fachbereich Medizin sind sich der hiermit verstärkten Verantwortung bewusst.“

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, hob den konstruktiven Geist der Verhandlungen hervor: „Ich bin sehr froh, dass diese Verhandlungen nun erfolgreich zum Abschluss gekommen sind. Das dokumentiert den Willen aller Beteiligter, die Frankfurter Zahnmedizin in ihrer besonderen Qualität nicht nur zu erhalten, sondern sie zukunftssicher zu machen. Dieses gemeinsame Interesse hat die Einigung am Ende möglich gemacht. Dafür bin ich allen Beteiligten dankbar.“

Der Stiftungsvorstand der Stiftung Carolinum, vertreten durch den Vorsitzenden Alexander Heck,  lobte das „klare Bekenntnis“ der Goethe-Universität zur zahnmedizinischen Lehre und Forschung. „Auch die Stiftung wird sich weiterhin gemäß ihrem Auftrag für die Frankfurter Zahnmedizin engagieren – nicht mehr wie in den letzten 125 Jahren als operative Trägerin, sondern nun als Förderin, gerade auch für die Universitätsforschung.“

„Mit Blick auf die Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungshochschule ist es eine vernünftige Entscheidung, die zahnmedizinische Ausbildung und Forschung in die Hände der Goethe-Universität zu legen, um deren dauerhafte Entwicklung zu sichern.“

Am 5. März ist die „Carolinum Zahnärztliche Universitätsinstitut gGmbH“ gegründet worden; sie wird nunmehr mit der Umsetzung der Vereinbarung an die Stelle der Stiftung treten. Für die Beschäftigten wird sich durch diesen Wechsel formal nichts ändern. Sie haben aber nun einen Arbeitgeber, hinter dem zu 100 Prozent die Universität steht.