„Wichtigster politischer Philosoph“ seiner Generation

DFG würdigt Rainer Forst, der an der Goethe-Universität den Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ leitet und heute (27.2.) den Leibniz-Preis erhält

Veröffentlicht am: Montag, 27. Februar 2012, 12:00 Uhr (049)

FRANKFURT. Höchste Anerkennung für Leibniz-Preisträger Prof. Rainer Forst durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Heute (27. Februar) erhält der 47-jährige Philosoph in Berlin – zusammen mit zehn anderen Wissenschaftlern – den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis. Und die DFG spart nicht mit Lob für den Preisträger: „Rainer Forst gilt national und international als der wichtigste deutsche politische Philosoph der Generation „unter 50“. Der an der Goethe-Universität lehrende Wissenschaftler führt die deutsche – und hier nicht zuletzt Frankfurter – politische Philosophie von Jürgen Habermas und Axel Honneth fort, bringt diese in kritischer Auseinandersetzung mit amerikanischen Vertretern wie John Rawls zusammen und setzt dabei Akzente zu einer ganz eigenen Philosophie.“

Im Mittelpunkt von Forsts Werk steht – angesichts globaler Krisen hochaktuell – die Begriffe „Gerechtigkeit“, „Toleranz“ und „Rechtfertigung“. Die DFG hebt hervor, Forst habe „auf höchst originelle Weise die Erkenntnis durchdacht und formuliert, dass der Mensch schon immer in verschiedene „Rechtfertigungspraktiken“ eingebettet ist. Sie bedingen, dass letztlich alle Handlungen nach eigenen Logiken der Moral, des Rechts und anderer Diskurse legitimiert werden müssen. Unsere praktische Vernunft ist so nichts anderes als das Vermögen, diese Logiken zu erkennen und anzuerkennen – so das weitreichende Fazit des politischen Philosophen Forst.“

Die ausgeprägte internationale Ausrichtung mit besonderem Interesse an den USA zeigte sich bei Rainer Forst schon früh. Nach dem Studium in Frankfurt, New York/Binghamton und Harvard war er Assistent und Gastprofessor in Berlin, Frankfurt und New York, bevor er nach Stationen in Frankfurt und Gießen 2004 Professor an der Goethe-Universität wurde; ihr ist Forst trotz mehrerer Angebote renommierter ausländischer Universitäten treu geblieben.


Foto: David Ausserhofer

v.l.n.r.: vorn:  Prof. Kurts,  Prof. Rajewsky, Staatssekretärin Quennet-Thielen, Ministerin Ahnen, Prof. Wohlmuth, Prof. Pannewick, DFG-Präsident Prof. Kleiner, Prof. Riebesell; hinten: Prof. Sanders, Prof. Forst, Prof. Mann, Prof. Hartmann, Prof. Brecht, Prof. Wrachtrup