„Apokalyptik, Fundamentalismus und die neue Weltordnung“
Öffentliche Ringvorlesung mit international renommierten Forschern aus Israel, den USA und Europa im IG-Farben-Haus
Veröffentlicht am:
Mittwoch, 13. April 2011, 00:00 Uhr
()
FRANKFURT. „Apokalyptische Ideen, endzeitliche Metaphern und eine Rhetorik, die den Weltuntergang beschwört, haben sich in den letzten Jahren weltweit als sehr wirkmächtig erwiesen. Sei es in der Populärkultur, sei es in der Politik“, hat Rebekka Voß, Junior- Professorin für Geschichte des deutschen und europäischen Judentums
an der Goethe-Universität, beobachtet. Gemeinsam mit Prof. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, und Raphael Gross, Direktor des Fritz-Bauer-Instituts und des Jüdischen Museums in Frankfurt, hat sie eine Vorlesungsreihe zum Thema „Apokalyptik, Fundamentalismus und die neue Weltordnung“ konzipiert, zu der im Sommersemester auch die Bürger des Rhein-Main-Gebiets herzlich eingeladen sind.
International renommierte Forscher aus Israel, den USA und Europa lehren über Apokalyptik in der biblischen und rabbinischen Literatur, über messianische und apokalyptische Bewegungen in Judentum, Christentum und Islam sowie über unterschiedliche Manifestationen des religiösen und politischen Fundamentalismus im globalen Zeitalter. Die elf Vorträge der Wissenschaftler finden jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum IG 311, auf dem Campus Westend statt.
Besonders in den monotheistisch geprägten Kulturen, in christlichen, jüdischen und muslimischen Gesellschaften und Gruppierungen, findet ein apokalyptisches Weltbild großen Anklang. Zwar lässt sich heutzutage häufig eine Beziehung von religiösem Fundamentalismus und Apokalyptik beobachten, aber mehr und mehr verstehen auch säkulare Menschen die Bibel als Schlüssel zum Verständnis der Geschichte. Dazu Voß: „Um Phänomene moderner Apokalyptik und eines neuen Fundamentalismus, die die heutige Diskussion über eine neue Weltordnung prägen, besser zu verstehen, ist – ergänzend zu politischen Theorien – ein Blick in die Geschichte hilfreich. So widmet sich die Ringvorlesung historischen Grundlagen und Erscheinungsformen sowie gegenwärtigen Herausforderungen des Phänomens religiöser wie säkularer apokalyptischer und fundamentalistischer Denkformen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.“
Das Programm im Detail
Informationen: Junior-Prof. Rebekka Voß, Seminar für Judaistik, Campus Bockenheim, Tel. 069 798 22796, voss@em.uni-frankfurt.de
International renommierte Forscher aus Israel, den USA und Europa lehren über Apokalyptik in der biblischen und rabbinischen Literatur, über messianische und apokalyptische Bewegungen in Judentum, Christentum und Islam sowie über unterschiedliche Manifestationen des religiösen und politischen Fundamentalismus im globalen Zeitalter. Die elf Vorträge der Wissenschaftler finden jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum IG 311, auf dem Campus Westend statt.
Besonders in den monotheistisch geprägten Kulturen, in christlichen, jüdischen und muslimischen Gesellschaften und Gruppierungen, findet ein apokalyptisches Weltbild großen Anklang. Zwar lässt sich heutzutage häufig eine Beziehung von religiösem Fundamentalismus und Apokalyptik beobachten, aber mehr und mehr verstehen auch säkulare Menschen die Bibel als Schlüssel zum Verständnis der Geschichte. Dazu Voß: „Um Phänomene moderner Apokalyptik und eines neuen Fundamentalismus, die die heutige Diskussion über eine neue Weltordnung prägen, besser zu verstehen, ist – ergänzend zu politischen Theorien – ein Blick in die Geschichte hilfreich. So widmet sich die Ringvorlesung historischen Grundlagen und Erscheinungsformen sowie gegenwärtigen Herausforderungen des Phänomens religiöser wie säkularer apokalyptischer und fundamentalistischer Denkformen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.“
Das Programm im Detail
- 13. April: Isaiah Gafni (Hebrew University of Jerusalem) “Messiah and Messiahs in Ancient Judaism. From the Bible to the Rabbis”
- 20. April: Stefan Alkier (Goethe-Universität) „Johannes-Apokalypse, eine Frage der Macht“
- 27. April: Felicitas Schmieder (Fern-Universität Hagen) „’Gogs und Magogs‚ natürliche Milde’? Die Mongolen als Endzeitvölker im Wandel von Wissen und Wünschen“
- 4. Mai: Jacob Barnai (University of Haifa) “The Impact of Sabbateanism on Modern Jewish History”
- 11. Mai: Filmvorführung und Diskussion: „Silhouette City“. Ein Film von Michael W. Wilson (USA 2008), Moderation: Christian Wiese (Goethe-Universität)
- 18. Mai: Michael Barkun (Syracuse University) “Christian Identity. A Theology of Racial Apocalypticism”
- 25. Mai: Claus-Ekkehard Bärsch (Universität Duisburg/Essen): „Die Schoah als Folge messianischer Apokalyptik und religiöser Rassedoktrin. Der religiöse Gehalt der Schriften von Dietrich Eckart, Joseph Goebbels, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler“
- 8. Juni: Hans G. Kippenberg (Jacobs-University Bremen) „Enklaven anbrechender Heilszeit. Fundamentalismus und Vergemeinschaftung im Zeitalter der Globalisierung“
- 15. Juni: Micha Brumlik (Goethe-Universität) „Vom politischen zum religiösen Zionismus. Wie die Sehnsucht nach Judäa und Samaria die Idee des Judenstaats zerstört“
- 29. Juni: David Cook (Rice University of Houston, Texas) „Trends in Contemporary Muslim Apocalyptic Thought”
- 6. Juli: BassamTibi (Universität Göttingen) „Heiliger Krieg und westliche Sicherheit“
- 13. Juli: David Berger (Yeshiva University of New York) „Religious Revisionism in a Fundamentalist Mode. Lubavitch Hasidism and the Second Coming of a Jewish Messiah”
Informationen: Junior-Prof. Rebekka Voß, Seminar für Judaistik, Campus Bockenheim, Tel. 069 798 22796, voss@em.uni-frankfurt.de


