Personalisierte Medizin: Gefahr des gläsernen Menschen?

Podiumsdiskussion über systembiologische Ansätze in der Medizin am 1. Februar 2012 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Veröffentlicht am: Freitag, 27. Januar 2012, 00:00 Uhr ()

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Um medizinische Chancen und rechtliche Risiken der so genannten personalisierten Medizin geht es bei einer Podiumsdiskussion am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Die personalisierte Medizin befasst sich mit den grundlegenden Mechanismen, wie chronische Erkrankungen bei einzelnen Patienten entstehen und wie man sie früher erkennen und behandeln kann. Doch die schiere Menge und der mögliche Missbrauch der dazu gesammelten Daten legen auch eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber unerwünschten „Nebenwirkungen“ nahe. Die Diskussion mit ausgewiesenen Experten der Medizin und Rechtswissenschaft hat das

Thema: Systembiologische Ansätze in der medizinischen Forschung: Personalisierte Medizin – Gefahr des gläsernen Menschen?
am: Mittwoch, dem 1. Februar 2012, um 18.30 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Die Fortschritte in der medizinischen Forschung gehen Hand in Hand mit einer rasant steigenden Verarbeitungsgeschwindigkeit enormer Informationsmengen. Immer wichtiger ist es, die neuen Erkenntnisse über biologische Systeme in die medizinische Praxis umzusetzen und so die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dabei kommt es zu neuen Verwendungen personenbezogener Daten: Das menschliche Genom wurde bereits entschlüsselt, Medikamententherapien können zunehmend für einzelne Patientengruppen maßgeschneidert angepasst werden. Die personalisierte Medizin auf der Grundlage genetischer Informationen ist so einerseits zum großen Hoffnungsträger geworden, der individuelle Therapieansätze vorantreibt. Andererseits sind insbesondere die benutzten genetischen Daten hoch sensibel. Für die Betroffenen gestaltet sich die Kontrolle der Verwendung ihrer Daten schwieriger.

Welche Möglichkeiten bietet die personalisierte Medizin und wo liegen ihre Grenzen? Welche gesellschaftlichen Konsequenzen bringen fortschreitende Analysemöglichkeiten komplexer Systeme wie des menschlichen Organismus mit sich? Bei der Veranstaltung, initiiert durch das Forschungskolleg Humanwissenschaften und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS), setzen sich die Diskutanten mit diesen Fragen auseinander. Nach einer Begrüßung durch Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der EKFS, und Prof. Spiros Simitis, Wissenschaftlicher Direktor des Kollegs, hält Prof. Rudi Balling einen einleitenden Vortrag. Der Direktor des Zentrums für Systembiologie der Universität Luxemburg gibt dabei Einblicke in die Biomedizin und ihre Anwendungen in der personalisierten Medizin.

Die weiteren Experten auf dem Podium sind neben dem Juristen Spiros Simitis, der auch lange Jahre Datenschutzbeauftragter des Landes Hessen war, Prof. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität und Direktor des Pharmazentrums des Universitätsklinikums, sowie Prof. Klaus Günther, Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität und Co-Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Um eine kurze Anmeldung wird gebeten.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Dr. Susanne Schultz-Hector, Tel.: (06172) 897510, kontakt@ekfs.de, Bernd Frye, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: (06172) 13977-14, frye@forschungskolleg-humanwissenschaften.de