Laboratorium für innovative Wissenschaft in der Gesellschaft

Richtfest des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg

Veröffentlicht am: Mittwoch, 12. März 2008, 00:00 Uhr ()

FRANKFURT. Nach bisher rund sechsmonatiger Bauzeit feierte am Dienstag, den 11. März das neue Kolleggebäude des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg Richtfest. Universitätspräsident Prof. Rudolf Steinberg hob in seiner Begrüßungsrede hervor: »Das neue Gebäude steht fest verankert im Felsen des Wingertsbergs und öffnet sich nach Süden, nach Frankfurt hin, und damit auch hin zur Universität. Wo heute noch der Kran steht, werden im Herbst auf der Terrasse Gespräche zwischen Wissenschaftlern stattfinden, die sich für kürzere oder längere Zeit am Kolleg aufhalten. Ich freue mich, vor allem jüngere Forscherinnen und Forscher aus Frankfurt und der ganzen Welt im Park der Villa Reimers begrüßen zu können.« Steinberg dankte der Hessischen Landesregierung, vor allem Wissenschaftsminister Udo Corts und Finanzminister Weimar (beide CDU), für ihr großes Engagement für das Forschungskolleg. Er dankte ferner dem Hochtaunuskreis und der Stadt Bad Homburg für ihre nachhaltige Unterstützung. »Dieses Engagement,« so Steinberg, »macht augenfällig, dass die Goethe-Universität die Hochschule von Stadt und Region ist.«

»Frankfurt mit seiner eindrucksvollen Hochhaussilhouette liegt den Gästen aus aller Welt zu Füßen und zugleich können sie von diesem Gebäude aus den Feldberg sehen und zu Fuß zum Weltkulturerbe der Saalburg wandern. Das ist die Vielfalt der Rhein-Main-Region!« begeisterte sich Vorstand Wolfgang R. Assmann von der Werner Reimers Stiftung. Parallel zum baulichen Fundament, so Assmann, werde auch das wissenschaftliche gelegt: »Die Wissenschaftler arbeiten an der geistigen Konstruktion unseres Forschungskollegs. Die Universität Frankfurt und die Werner Reimers Stiftung haben dafür mit ihrer bisherigen Arbeit eine feste, gute Basis gelegt.«

Staatssekretär Lorz hob das Engagement der Hessischen Landesregierung für das Gemeinschaftsprojekt der Universität Frankfurt und der Reimers-Stiftung hervor: »Die Landesregierung hat einen Großteil der Mittel für den Neubau dieses interdisziplinären geisteswissenschaftlichen Forschungszentrums zur Verfügung gestellt. Sie hat es in der Überzeugung getan, dass die Konzeption dieses Forschungskollegs dem Wissenschafts- und Forschungsstandort Hessen eine neue, zukunftsweisende Facette hinzufügt und ihn damit auch gerade für ausländische Forscher attraktiver macht.« Landrat Krebs vom Hochtaunuskreis und Oberbürgermeisterin Dr. Jungherr von der Stadt Bad Homburg betonten dazu das Engagement von Kreis und Stadt für das Projekt. Mit dem Forschungskolleg zeige sich Bad Homburg einmal mehr als Standort von Tradition, Bildung und Wissenschaft. Damit könne die Stadt und ihre Umgebung ihren Bürgern ebenso wie den Unternehmen ein hochwertiges Bildungsangebot machen.

Das wissenschaftliche Bildungsprofil des Kollegs beschrieb sein Direktor, der Jurist Prof. Spiros Simitis, folgendermaßen: »Das Forschungskolleg soll vor allem einen breit angelegten interdisziplinären Diskurs im Bereich der Sozialwissenschaften fördern.« Ganz in diesem Sinn werde es einzelne Projekte zur Entstehung und Wirkung normativer Ordnungen unterstützen. In einer internationalen Vorlesungsreihe zur kritischen Auseinandersetzung mit der Entwicklungspolitik werde das Kolleg zudem auf die Forderungen nach einer ›globalen Gerechtigkeit‹ eingehen. Simitis weiter: »Aktuelle Probleme, wie etwa Fragen der Bioethik und der Biowissenschaften, sollen schließlich in öffentlichen Vorträgen und Kolloquien aufgegriffen werden.«

Architekt des Neubaus ist das Frankfurter Architektenbüro PAS Jourdan & Müller. Prof. Jochem Jourdan verwies auf die anspruchsvolle Aufgabe, neben der Villa Reimers und in ihrem denkmalgeschützten Park ein Gebäude zu errichten, das sich in das Gelände einfügt und Raum für Forschung bietet. Schon im Rohbau sei zu sehen, dass dies hervorragend gelungen sei. Der Park werde im Zuge der Baumaßnahme in seinen Grundzügen wieder hergestellt und sei von allen Ebenen des Gebäudes her zugänglich.

Präsident Steinberg dankte dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Reimers Stiftung, Prof. Werner Knopp, für die Förderung der Stiftung, die dem Kolleg das Grundstück der Villa Reimers unentgeltlich zur Verfügung stellt: »Das beispielhafte bürgerliche Engagement von Werner Reimers hat diesen Ort für die Forschung ermöglicht. Reimers hat mit seiner Stiftung diesen Ort für die Forschung ermöglicht. Und er zeigt deutlich, dass auch humanwissenschaftliche Forschung Mäzene und Freunde in der Gesellschaft findet. Die Reimers Stiftung erweist sich damit als Element der Bürgergesellschaft, dem es um deren Gestaltung und Entwicklung, nicht aber um kommerziellen Nutzen geht. Ich hoffe ganz in seinem Sinne daher auf die Wiederbelebung dieser Tradition des Stiftungswesens in unserer gesamten Region.«

Informationen:
Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin Forschungskolleg Humanwissenschaften, Campus Bockenheim, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt. Tel: (069) 798-22238, i.rudolph@vdv.uni-frankfurt.de